Erfolgsgarant Schaaf 35 Jahre in Werder-Diensten
Zagreb (dpa) - 29.08.2007, 11:53 Uhr
Thomas Schaaf beantwortet bei einer Pressekonferenz in Zagreb Fragen der Journalisten.
Der einzige «Fehltritt» von Werder Trainer Thomas Schaaf in der Saison 2003/04, als Werder neben dem Titel auch noch den Pokal gewann, ereignete sich bei der Landung des frisch gekürten deutschen Fußball-Meister Werder Bremen 2004 auf dem Flughafen der Hansestadt. Schaaf passierte ein Missgeschick: Die Aufnahmen, die er vom Cockpit des Meisterjets aus mit einer Digitalkamera filmte, waren praktisch wertlos. «Es war fast nur Beton zu sehen», gestand der Trainer und bekannte: «Ich bin eben kein Kameramann.» Typisch Schaaf: Klare Ansage ohne viele Worte - häufig versehen mit einem Schuss trockenen Humors. Das zeichnet das öffentliche Bild von dem geschätzten Fußball-Lehrer, der mittlerweile längst zu Werder gehört wie die Stadtmusikanten zu Bremen: Vereinseintritt am 1. Juli 1972, Profi-Debüt mit 17, danach 262 Bundesliga-Spiele, jeweils zwei Meistertitel und Pokalsiege sowie als Sahnehäubchen der Europapokal der Pokalsieger 1992. Es gibt nicht viele Kicker, die eine solche sportliche Vita aufzuweisen haben. «Ich fühle mich sehr wohl hier», sagt Schaaf. Wen wundert's - nicht nur aus sportlicher Sicht.
Die großen Schlagzeilen machte der gebürtige Mannheimer allerdings erst seit dem 10. Mai 1999, als er das Traineramt übernahm, dem abstiegsbedrohten Traditionsverein zunächst die erste Liga erhielt und mit ihm dann auch noch den DFB-Pokal gewann. Damit waren die ersten Zeilen eines neuen Erfolgskapitels Bremer Fußball-Geschichte geschrieben. Auch und vor allem dank Schaaf, der mittlerweile der dienstälteste Trainer in der so schnelllebigen Bundesliga ist. Die Zeiten haben sich geändert, seit Schaaf das Sagen hat. «Damals gab es für die Profis weniger Dinge neben dem Fußball. Ihr Stellenwert heute ist viel größer und nicht immer gerechtfertigt», findet der Familienmensch. Auch er musste sich wandeln. Eine Maxime aber ist geblieben, die wohl ein Stück von Schaafs Erfolgsrezept ist: «Jeder in unserem Team ist wichtig.» |