BVB-Trainer Doll nach 3:0: «Kleiner Neuanfang»
Dortmund (dpa) - 26.08.2007, 12:27 Uhr
Nelson Valdez (l) vom BVB köpft den Ball vor dem Cottbuser Igor Mitreski.
Die Derby-geplagten Profis von Borussia Dortmund haben die Aufbauhilfe West dankbar angenommen und sich nach dem Katastrophenstart in der Fußball-Bundesliga vom größten Druck befreit. 64 100 Zuschauer im Signa-Iduna-Park rieben sich verwundert die Augen, denn der in den ersten zwei Spielen gedemütigte BVB war beim schwungvollen und verdienten 3:0 (1:0) gegen Energie Cottbus kaum wieder zu erkennen. «Das war im Vergleich zu den Derbys ein Unterschied wie Tag und Nacht. So sieht eine Mannschaft aus, die lebt», sagte Thomas Doll zufrieden. Auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zeigte sich in der DSF-Talkrunde «Doppelpass» sehr erleichtert. «Angesichts der Euphorie, die im Umfeld vor der Saison herrschte, hatten wir nach den beiden Niederlagen schon eine ernste Situation. Deswegen war es besonders wichtig, dass wir gegen Cottbus überzeugend gewonnen haben. Wir haben Vertrauen in diese Mannschaft, auch wenn sie noch ein wenig Zeit braucht.»
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Wie erleichtert der BVB-Coach nach dem ersehnten Befreiungsschlag war, zeigte seine ungewöhnliche Einleitung bei der Pressekonferenz: «Ich muss mich bei der Mannschaft bedanken für das Vertrauen, das sie mir entgegen gebracht hat.» Nach der 1:3-Pleite gegen Duisburg und dem 1:4-Debakel auf Schalke waren den bis zum Saisonstart hoch gelobten Westfalen die Negativ-Kritiken nur so um die Ohren geflogen. «Es war eine schwere Woche. Alle haben sehr hart gearbeitet», gestand Delron Buckley. Weil der als ewiges Talent geltende Südafrikaner und die Neuzugänge Robert Kovac und Diego Klimowicz nach dem Fehlstart als größte Versager galten, fehlten sie neben dem rot gesperrten Torwart Roman Weidenfeller, der von Marc Ziegler gut vertreten wurde, und Marc-Andre Kruska (Gelb-Rot) folgerichtig in der Startelf. Dass ausgerechnet das Joker-Duo Buckley/Klimowicz für die erlösenden Tore Nummer zwei und drei verantwortlich war - Buckley legte zwei Mal für den Argentinier (70./84.) auf -, hatte gewissen Symbolcharakter. Doll lobte zu Recht aber das gesamte Team. «Wenn man schon nach zwei Spielen mit dem Rücken zur Wand steht, ist so eine Partie besonders schwer zu gestalten», so der BVB-Coach, der damit auf die defensive Auswärtstaktik der Lausitzer anspielte. Die normale Reaktion nach sieben Gegentoren in zwei Spielen wäre gewesen, erstmal die eigene Abwehr dicht zu machen. Doch genau damit habe sich seine Elf nicht begnügt, sondern das Offensiv-Konzept unbeirrt umgesetzt. |