HSV: Aus der Krise an die Spitze?
Bochum/Hamburg (dpa) - 23.08.2007, 14:09 Uhr
Jerome Boateng (m) präsentiert in Hamburg mit Dietmar Beiersdorfer (l) und Huub Stevens sein neues Trikot.
Das Transfertheater durchgestanden, die Tabellenführung vor Augen: Nach dem Ende der turbulenten Van-der- Vaart-Tage kann der Hamburger SV am Freitag die Spitzenposition in der Fußball-Bundesliga übernehmen und seine Rolle als Bayern-Jäger Nummer eins festigen. HSV-Trainer Huub Stevens will sich jedoch von den glänzenden Aussichten vor dem Spiel beim VfL Bochum nicht blenden lassen. «Da kommt etwas auf uns zu», warnte er vor seiner Rückkehr in den «Pott». «Wir haben nur zwei Spiele gespielt, und ich denke, dass Bochum auch nicht so schlecht gestartet ist», sagte der langjährige Coach des FC Schalke 04. Stevens ist heilfroh, dass nicht mehr Rafael van der Vaart das alles bestimmende Thema beim HSV ist. Dessen unrühmlicher Flirt mit dem FC Valencia gilt inzwischen offiziell als abgehakt. «Das Spiel gegen Leverkusen war ein eindeutiges Zeichen dafür, wie sehr Rafael bei der Sache ist, und dass er sich mit dem Verein identifiziert», sagte Sportchef Dietmar Beiersdorfer. Am vergangenen Sonntag hatte der Kapitän das Spiel gegen Bayer Leverkusen mit einem verwandelten Foulelfmeter zu Gunsten des HSV entschieden. Mit van der Vaart soll es nun sportlich weiter bergauf gehen. «Wir haben viele Aufgaben vor der Brust, die uns alles abverlangen werden», sagte Beiersdorfer.
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Mit der Verpflichtung von Jerome Boateng und dem Abschied von Raphael Wicky sind auch die Personalplanungen des HSV abgeschlossen. Der 18 Jahre alte Boateng macht die Reise nach Bochum bereits mit. «Eigentlich ist es zu früh, aber wer weiß, was passiert», sagte Stevens. Gleich acht seiner Spieler waren unter der Woche mit ihren Nationalmannschaften unterwegs. Joris Mathijsen hatte das Länderspiel der Niederlande in der Schweiz wegen einer Fußverletzung vorsorglich abgesagt. Auch Guy Demel (Rücken) und Romeo Castelen (Handprellung) sollten bis zum Freitag fit sein. Van der Vaart kehrte indes ohne Erfolgserlebnis zu seinem Team zurück. Beim 1:2 in der Schweiz kam er 45 Minuten zum Einsatz und bot eine mäßige Leistung. Genau wie die anderen Nationalspieler reiste er am Donnerstag direkt ins HSV-Quartier nach Düsseldorf. Dort werden ihn seine Kollegen zwar nicht mit Begeisterung empfangen haben - zum Kapitän halten sie aber dennoch. «So ein Chaos braucht die Mannschaft nicht, aber wir stehen hinter Rafael», sagte Nigel de Jong. |
Beim VfL Bochum herrscht nach dem gelungenen Auftakt (2:2 gegen Bremen) und dem glücklichen 2:1 bei Energie Cottbus eitel Sonnenschein. Weil einige Spieler etwas müde sind und er gegen den Tabellen-Zweiten «mentale Frische» benötigt, will VfL-Coach Marcel Koller «ein bisschen rotieren» lassen. Auf drei bis vier Positionen wolle er die Startelf ändern, kündigte der Schweizer an. So könnte Dennis Grote nach seinem Einsatz in der U 21-Nationalelf gegen Irland (2:2) ebenso eine «schöpferische Pause» erhalten wie Linksverteidiger Martin Meichelbeck. Wohl nicht einsatzfähig ist der Kameruner Joel Epalle (Bluterguss im Sprunggelenk). Für das Trio bieten sich Danny Fuchs, Philipp Bönig und Marcel Mieciel als Ersatz an. Die voraussichtlichen Aufstellungen: VfL Bochum: Lastuvka - Concha, Maltritz, Yahia, Bönig - Sestak, Dabrowski, Zdebel, Fuchs - Mieciel, Bechmann Hamburger SV: Rost - Demel, Kompany, Mathijsen, Atouba - Jarolim, de Jong - Castelen, van der Vaart, Trochowski - Zidan Schiedsrichter: Weiner (Giesen)
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