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Sören Lerby: Einst verehrt, heute umstritten

Hamburg (dpa) - 17.08.2007, 15:12 Uhr

Rafael van der Vaart gehört zu den Spielern, die von Lerby beraten werden.
Rafael van der Vaart gehört zu den Spielern, die von Lerby beraten werden.

Bei Bayern München war Sören Lerby als Spieler einst der nimmer müde Antreiber, als Spielervermittler hat er heute einen knallharten Ruf. Als Berater von HSV-Profi Rafael van der Vaart ist der Däne nach Jahren wieder in den Fokus des deutschen Fußballs gerückt.

Dabei sorgt Lerby für heftige Diskussionen. In Hamburg ist man auf ihn gar nicht gut zu sprechen, da dieser den Wechsel von van der Vaart zum FC Valencia vorantreibt. Nicht wenige sehen in ihm den Prototypen des trickreichen Beraters, der nicht zuletzt auch an sein eigenes Renommee denkt.

Auf internationaler Bühne hat Lerby gerade mit dem Transfer von van der Vaarts Landsmann Wesley Sneijder für 27 Millionen Euro von Ajax Amsterdam zu Real Madrid auf sich aufmerksam gemacht. Der HSV zieht nun andere Saiten auf und droht neben Valencia auch Lerby mit dem Einschalten der FIFA. Laut Reglement des Weltverbandes darf ein Berater einen Spieler nicht zu einer vorzeitigen Vertragsauflösung bewegen. Sollte Lerby nachgewiesen werden, dass er van der Vaart aufgefordert hat, seinen Verkauf zu forcieren, droht ihm der Verlust seiner Vermittler-Lizenz.

So weit dürfte es wohl nicht kommen. Mit zwei Partnern betreibt Lerby die Agentur Essel Sports Management. Er vertritt Profis wie den Ex-Münchner Roque Santa Cruz, der gerade zu den Blackburn Rovers nach England transferiert wurde, sowie John Heitinga und Dennis Rommedahl von Ajax Amsterdam.

Als Sportler ist Lerby in bester Erinnerung. Mit den Bayern gewann er in den 80er Jahren zwei Mal den deutschen Meistertitel und zwei Mal den DFB-Pokal. Mit einem Handspiel trug er zudem unfreiwillig zu einem Kapitel Bundesliga-Geschichte bei: Im Saisonfinale 1986 unterlief ihm der Lapsus kurz vor Schluss in der Partie bei Werder Bremen, doch Michael Kutzop setzte den Strafstoß an den Pfosten - und die Münchner wurden am letzten Spieltag doch noch Meister. Eher missglückt war Lerbys Kurzzeiteinsatz als Bayern-Trainer von Oktober 1991 bis März 1992, den damals strauchelnden Rekordchampion konnte er nicht auf Kurs bringen.


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