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Studie: Bundesliga geht es gut wie nie

Frankfurt/Main (dpa) - 08.08.2007, 14:36 Uhr

Der Fußball-Bundesliga geht es so gut wie noch nie. Zu diesem Ergebnis kommt eine in Frankfurt/Main vorgestellte Studie der Stuttgarter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young.

Nach einer Befragung zeigten sich 30 Manager der 36 Proficlubs der 1. und 2. Bundesliga mit der derzeitigen Situation der Branche zufrieden. Sie gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage der Clubs auch dank des neuen TV-Vertrages auf dem erreichten hohen Niveau stabilisieren wird.

Bei fortschreitend positivem Trend seit der Kirch-Krise im Jahr 2004 rechnet die Hälfte der Clubs sogar mit einer Verbesserung des Niveaus. 37 Prozent der Befragten bezeichneten die Lage als «gut», 63 Prozent als «eher gut». Im vergangenen Jahr schätzte noch ein Viertel der Manager die Lage als «eher schlecht» ein, 76 Prozent als «gut» oder «eher gut». Knapp die Hälfte der Vereine (43 Prozent) erwartet eine Steigerung der Einnahmen in der am Freitag startenden neuen Saison. Vor allem im Bereich Sponsoring und Merchandising rechnen 57 Prozent der Befragten mit steigenden Einnahmen.

Diesen stehen allerdings auch geplante steigende Ausgaben für Personal und Transfers gegenüber. 70 Prozent (Vorjahr: 60) der Befragten wollen mehr Geld in Personal investieren, 40 Prozent (Vorjahr: 36) gehen von einer Steigerung der Ausgaben für Transfers aus. Die Mehrheit der Vereine (57 Prozent) will mehr Geld für die Nachwuchsförderung zur Verfügung stellen.

Neben der positiven wirtschaftlichen Darstellung ermittelte die Studie, dass die Bundesliga neben der französischen Ligue 1 die Spielklasse mit dem größten Spannungsgehalt unter den fünf europäischen Top-Ligen (England, Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland) ist. Bei der Analyse der so genannten Wettbewerbsintensität der letzten 25 Jahre erreichte die Bundesliga einen Spannungsgrad von 42 Prozent und liegt damit zusammen mit Spanien auf Platz zwei hinter Frankreichs Ligue 1 (46 Prozent).


Die Profiligen in England (40) und Italien (35) bieten dagegen die geringste Spannung. Gemessen wurde unter anderem der Punktvorsprung der Top-Teams auf die restliche Liga. In der Rubrik «größte Abwechslung an der Tabellenspitze» liegt die Bundesliga sogar auf Platz eins, weil dort die Top-Teams den größten Leistungsschwankungen unterlägen. Als Grund für das gute Abschneiden der französischen und der deutschen Liga wird die relativ gleichmäßige Verteilung der Medien-Einnahmen im Zuge der zentralen Vermarktung vermutet.

Durch den Verteilerschlüssel werde gewährleistet, dass die erfolgreichen Clubs zwar hohe Einnahmen erzielen, schwächere Vereine aber die Hälfte dessen erhalten, so dass sich die Schere zwischen den Top-Clubs und dem Rest der Liga nicht zu weit öffnet. So erhalten die Bundesliga-Absteiger in der kommenden Saison knapp 14 Millionen Euro, während der deutsche Meister maximal 28 Millionen kassiert.

Europaweit wurde ein Nachlassen der Wettbewerbsintensität innerhalb der nationalen Ligen seit der Reform der Champions League zur Jahrtausendwende festgestellt. Diese bescherte zusätzlichen Geldsegen, der zu großen Einnahmeunterschieden und zu einem Ungleichgewicht in den nationalen Ligen führte. Spitzenreiter seit der Reform ist Bayern München mit 210 Millionen Euro vor Manchester United (190 Millionen) und Real Madrid (187 Millionen). «Wenige Top-Vereine verdienen immer mehr Geld und können in hochkarätige Spielerkader investieren. Dadurch vergrößert sich auch sportlich der Abstand zu den restlichen Liga-Clubs», sagte Arnd Hovemann, der Autor der Studie.

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