Sanogos Umzug an die Weser ist perfekt
Hamburg (dpa) - 24.07.2007, 14:16 Uhr
Sanogo (m) präsentiert sich zwischen Trainer Schaaf (l) und Sportdirektor Allofs.
Boubacar Sanogo tritt in die Fußstapfen von Miroslav Klose. Der beim Hamburger SV erfolglose Angreifer soll beim Fußball-Bundesligisten Werder Bremen die riesige Lücke schließen, die der WM-Torschützenkönig nach seinem Wechsel zum FC Bayern München hinterlassen hat. «Wir sind absolut von seinen Qualitäten überzeugt. Er wird die notwendigen Tore schießen», kommentierte Werder-Manager Klaus Allofs den Millionen-Transfer. Der 24 Jahre alte Profi aus der Elfenbeinküste, der einen Vierjahresvertrag bis 2011 in Bremen unterzeichnete, kostet Werder eine Ablösesumme von rund 5 Millionen Euro. «Er ist kein Noteinkauf», betonte Allofs, der Sanogo bei der ersten Pressekonferenz auch als Dolmetscher unterstützte. «Ich habe meine Qualitäten, bin aber nicht der neue Klose», lehnte Sanogo alle Vergleiche mit dem deutschen Torjäger ab. «Ich will in die Startelf und kann nur mit meinen Leistungen zeigen, dass die Verpflichtung richtig war», fügte der Angreifer an die Adresse der Skeptiker hinzu. Sein letztes von vier Bundesliga-Toren in 31 Spielen für den Hamburger SV hatte er am 30. September 2006 erzielt. In der Saison davor hatte Sanogo für den 1. FC Kaiserslautern in 24 Partien immerhin zehn Mal getroffen.
«Sanogo verkörpert ein Spielerprofil, das wir gut gebrauchen können. Er ist mutig genug, den Abschluss zu suchen», sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Er lobte Schnelligkeit, Kopfballstärke und Zweikampfverhalten des Stürmers, der bereits vor einem Jahr auf der Bremer Einkaufsliste stand. «Wenn man die Erwartung hat, dass hier ein Henry oder Ronaldinho kommen, dann liegt man falsch», sagte Allofs. Er gestand zugleich Handlungsbedarf ein: «Wir haben die Notwendigkeit gesehen, im Offensiv-Bereich etwas zu tun.» Die Bremer Sturmprobleme waren zuletzt beim 1:4 im Ligapokal gegen die Bayern und in den Testspielen gegen den FC Liverpool (2:3) und FC Basel (0:2) deutlich geworden. Klose ist weg, in Hugo Almeida (Fußverletzung), Aaron Hunt (Knieprobleme) und Ivan Klasnic (Nierentransplantation) fallen drei Wochen vor dem Bundesliga-Start drei Angreifer aus. Deshalb schloss Allofs weitere Transfers auch nicht grundsätzlich aus. Sanogo war erst vor einem Jahr für 3,8 Millionen Euro aus der Pfalz zum HSV gekommen. Nach gutem Einstand zeigte er jedoch nicht mehr die erhoffte Leistung. Zudem hatte er Probleme mit den Hamburger Fans. Die warfen Sanogo Lustlosigkeit vor, umgekehrt fühlte Sanogo sich als Sündenbock für die HSV-Krise. Die Pfiffe gegen den Ivorer, der noch einen Vertrag bis 2010 gehabt hätte, wurden am Ende immer lauter. Nach eigenem Bekunden war das zerrüttete Verhältnis zu den Fans auch ausschlaggebend für den Abschied aus Hamburg.
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