Charisteas ist für Nürnberg der «ideale Mann»
Nürnberg (dpa) - 24.07.2007, 11:57 Uhr
Angelos Charisteas (r) ist für Trainer Hans Meyer der «ideale Mann».
Lange musste Hans Meyer beim 1. FC Nürnberg auf seinen neuen Mittelstürmer warten, aber aus Sicht des Trainers hat sich die Geduld gelohnt: Bereits vor der Ligapokal-Premiere des DFB-Pokalsiegers gegen den FC Schalke 04 bezeichnete Meyer den Fußball-Europameister Angelos Charisteas als «idealen Mann» für das von ihm bevorzugte 4-3-3-System mit einem zentralen Angreifer und zwei Außenstürmern. Die Rekordsumme von 2,5 Millionen Euro, die die Franken für den Ex-Bremer an Feyenoord Rotterdam überweisen mussten, wird sich nach Meyers Ansicht auszahlen: «Bei ihm habe ich ein gutes Gefühl. Er entspricht genau dem Anforderungsprofil, dass ich an den Zentrumsstürmer stelle», sagte der 64 Jahre alte Coach. Groß und kopfballstark, schnell und mannschaftsdienlich - Charisteas verkörpert exakt das, was der Nachfolger für den zum Zweitligisten TSV 1860 München abgewanderten Markus Schroth mitbringen sollte. Zudem spricht der 27-jährige Grieche Deutsch und kennt die Bundesliga aus seinen zweieinhalb Jahren bei Werder Bremen, in denen er zwischen 2002 und 2004 in 66 Spielen 18 Tore erzielte.
«Nürnberg ist eine große Chance für mich», sagte Charisteas bei seiner Ankunft in Nürnberg. Der «Club» ist als DFB-Pokalsieger und UEFA-Pokal-Teilnehmer interessant geworden für einen Profi wie ihn, der es beim SV Werder, bei Ajax Amsterdam und in Rotterdam gewohnt war, international und um Titel zu spielen. Diese Erfahrung kann der «Club» bei seinem bevorstehenden UEFA-Cup-Comeback nach 19 Jahren und den gestiegenen Erwartungen nach dem sechsten Platz in der vorigen Bundesliga-Saison gut gebrauchen. «Als Mannschaft sind wir noch besser und müssen einen weiteren Schritt nach vorne machen», formulierte Charisteas forsch seine Ziele mit dem FCN. Dass Griechenlands EM-Held überhaupt in Nürnberg anheuerte und für den «Club» zu haben war, ist auch dem sommerlichen Kaufrausch des FC Bayern München zu verdanken. Der Türöffner war Miroslav Klose, wie FCN-Manager Martin Bader verriet: «Das Entscheidende war der Wechsel von Roy Makaay von Bayern zu Feyenoord Rotterdam. Als der feststand, waren wir da, denn wir wussten, es gibt ein Problem, wenn Charisteas in Rotterdam nur die Nummer 2 wird.» Makaay wollte nach den Zugängen von Klose und Weltmeister Luca Toni unbedingt aus München weg - als Kettenreaktion verließ Charisteas Rotterdam. |