Schiedsrichter Wack erklärt Rücktritt
Altensteig-Wart (dpa) - 22.07.2007, 11:39 Uhr
Schiedsrichter Franz-Xaver Wack (vorn) leitet 2002 eine Partie in der Bundesliga.
Blitz und Donner begleiteten die Vorbereitung der deutschen Schiedsrichter auf die kommende Bundesligasaison, doch als schlechtes Omen wollte DFB- Schiedsrichter-Boss Volker Roth die Zeichen des Himmels nicht werten. «Unsere Beobachter haben den Unparteiischen in der Vorsaison die besten Zeugnisse ausgestellt, die wir je hatten», verkündete der Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses beim Lehrgang in Altensteig-Wart nicht ohne Stolz. In der Spielzeit 2007/08 wolle man noch besser werden und die «wenigen Fehler» ausmerzen. Nicht mehr dabei sein wird Franz-Xaver Wack, der vor Beginn der 45. Bundesliga-Saison aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärte. «Er hat uns mitgeteilt, dass er nach seiner Knieoperation zu Beginn des Jahres nicht mehr in der Lage sei, auf höchstem Niveau zu pfeifen», sagte Roth. Der 42 Jahre alte Wack war seit 1993 DFB-Schiedsrichter und leitete in seiner Laufbahn 155 Bundesliga-, 7 Länder- und 22 Europapokalspiele. «Er wird in unser Schiedsrichterwesen integriert, wenn er das will, wovon ich ausgehe», erklärte Roth.
Ein Nachrücker für Wack (Bieberbach) wurde nicht nominiert. Damit pfeifen in der kommenden Saison lediglich 19 Schiedsrichter in der Bundesliga. «Die Qualität der versammelten Gruppe ist so hoch, dass wir niemanden nachnominieren müssen. Zumal wir keinen Schiedsrichter aus der 2. Bundesliga gesehen haben, der sich dringend aufdrängt», begründete Roth. Das Fußball-Unterhaus wartet immerhin mit einer Premiere auf, denn dort wird Bibiana Steinhaus als erste Frau im Profi-Fußball als Schiedsrichterin zum Einsatz kommen. «Für sie gab es aber keine besondere Schulung», erklärte Roth. Im Mittelpunkt des Lehrgangs im Schwarzwald standen die Themen Abseits und Ellbogen-Checks. Bei einer erstmals durchgeführten Video-Analyse wurden die Unparteiischen auf Schwächen bei der Bewertung von Abseitssituationen hingewiesen. «Es wird zu viel Abseits angezeigt. Die Schiedsrichter waren ziemlich überrascht, welche Defizite da deutlich wurden. Wir haben sie für dieses Thema sensibilisiert», berichtete Roth. |