Wogen im Fall Klose noch nicht geglättet
Düsseldorf (dpa) - 22.07.2007, 11:04 Uhr
Werder-Manager Klaus Allofs (r) und Münchens Manager Uli Hoeneß geraten aneinander.
Uli Hoeneß stieg die Zornesröte ins Gesicht, Klaus Allofs konnte seinen Unmut nicht verbergen, nur Miroslav Klose blieb ganz cool. «Ich habe das gar nicht so mitbekommen, und die Emotionen, die da sind, sind doch ganz normal.» Als habe es den ganzen Streit um seinen Transfer nie gegeben, ignorierte der Fußball- Nationalspieler die Schmährufe der Bremer Fans und wollte auch den vor aller Öffentlichkeit wieder aufgebrochenen Zwist der Manager nicht überbewerten. In seinem ersten Pflichtspiel für Bayern München ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Club Werder Bremen zeigte Klose trotz des durch Fans und Vereinsbosse verursachten Wirbels eine gute Leistung. «Er hat einen Reifeprozess durchgemacht und ist heute ganz ruhig geblieben. Er war einer unserer Besten», lobte Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld. Für seine ehemaligen Kollegen war die Situation ungewöhnlich. «Das ist schon ein komisches Gefühl, wenn du vor zwei Monaten noch mit ihm gejubelt hast und nun steht er in einem anderen Team», sagte Per Mertesacker.
Weniger ruhig ging es hinter den Kulissen zu. Die Manager der Vereine, Uli Hoeneß und Klaus Allofs, gerieten in einem TV- Interview des Senders «Premiere» verbal aneinander und bezichtigten sich gegenseitig des Fehlverhaltens im Wechselstreit um Klose. Hoeneß kritisierte Aussagen aus Bremer Spielerkreisen und das Verhalten der Werder-Fans, Allofs sagte, dass die Geheimverhandlungen zwischen Bayern und Klose nicht in Ordnung gewesen seien. «Wir sind unterschiedlicher Auffassung, ob Werder Bremen nicht hätte verhindern können, dass Klose von den Werder-Fans so niedergemacht worden ist», sagte Hoeneß nach der Partie. «Bei Werder ist man der Meinung, dass das normal ist und sie nichts dazu beigetragen haben. Ich finde, da hätte längst mal ein Machtwort gesprochen gehört. Das habe ich bislang vermisst», befand Hoeneß. |