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Prominente Torhüter im Abseits

Hamburg (dpa) - 06.07.2007, 09:50 Uhr

Torhüter Andreas Reinke hat seinen Vertrag mit Werder Bremen aufgelöst.
Torhüter Andreas Reinke hat seinen Vertrag mit Werder Bremen aufgelöst.

Jahrelang standen sie als gefeierte Einzelkämpfer vor der Fankurve, doch plötzlich bleibt den routinierten Torhütern nur ein schattiger Platz auf der Ersatzbank - im schlimmsten Fall 34 Spieltage lang.

Hans-Jörg Butt, Kasey Keller und Andreas Reinke haben das Torwartspiel in der Bundesliga geprägt, doch mit Ablauf der Saison ging ihre Ära zu Ende. Nun suchen sie einen neuen, vielleicht den letzten Verein. Die Hoffnung, in der Bundesliga fündig zu werden, haben sie nicht. Hier besetzen junge Talente wie der Leverkusener René Adler oder Manuel Neuer bei Schalke 04 die Plätze.

Reinke löste seinen Vertrag mit Werder Bremen, da er seine Karriere nicht als Bankdrücker hinter Tim Wiese beenden wollte. Einige Angebote habe er zwar schon erhalten. «Doch konkret ist nichts. Und ich will nicht in der Wildnis landen», sagt Reinke. Bis Ende August will der 38-Jährige Gewissheit über seine berufliche Zukunft haben.

Ähnlich geht es Keller. Auch der Nationalkeeper der US-Elf löste seinen Vertrag nach dem Abstieg von Borussia Mönchengladbach in die Zweite Liga auf. Seither sucht der Torhüter die richtige letzte Station für seine einzigartige Karriere, die ihn nach Spanien, England und Deutschland führte. «Wenn ich in den nächsten sechs Wochen nicht eine gute Gelegenheit gefunden habe, um noch ein bis zwei Jahre auf einem Top-Niveau zu spielen, dann ist auch der Rücktritt eine Möglichkeit», sagt der 37 Jahre alte Torwart.

«Torhüter haben es bei der Arbeitsplatzwahl besonders schwer», meint Ulf Baranowsky von der Spielergewerkschaft VdV. Prozentual betrachtet hat die Vereinigung der Vertragsspieler bei ihren Trainingscamps für arbeitslose Fußballer immer viele Torhüter dabei. «Feldspieler sind flexibler einsetzbar - ein Torwart bleibt jedoch ein Torwart», erklärt Baranowsky, «und davon gibt es maximal drei pro Verein». Deshalb werden Torhüter oft erst nachverpflichtet, wenn sich Spieler verletzen.


Selbst für Butt wird die Zeit langsam knapp. «Aber ein Wechsel in die 2. Bundesliga, nach Griechenland oder in die Türkei kommt für mich auf Grund des sportlichen Rückschritts nicht in Frage», sagte der 33 Jahre alte Torhüter der Deutschen Presse-Agentur dpa. Zu den neuesten Spekulationen über einen Wechsel zum spanischen Erstliga-Club UD Levante will er sich zwar nicht äußern. Klar ist aber, dass er gerne nach Spanien gehen würde.

Butt wird nochmal einen Neuanfang versuchen, Keller und Reinke werden dagegen wohl 2008 die Fußballschuhe endgültig an den Nagel hängen. Dann macht auch ein Torwart Schluss, der sich um seinen Arbeitsplatz nie Sorgen machen musste: Oliver Kahn.

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