Verbandspräsident Theo Zwanziger sagte im «kicker», dass es bereits «Trainings- und Wettkampfkontrollen und strengste Bestrafungen» gebe. Seit 1988 habe es «wenige Verstöße» gegeben. Bisher kontrollierte der DFB in zwölf Ligen und Wettbewerben regelmäßig. Geprüft werde, ob künftig sogar an einigen Bundesliga-Spieltagen auf einen Schlag alle Profis getestet werden können, berichtete der DFB-Chef: «In der Praxis wäre das möglich. Die Details muss man mit der Liga besprechen.» Noch fehlten dazu aber die logistischen Voraussetzungen. Im Vorjahr hat der DFB rund 243 000 Euro für Wettkampfkontrollen ausgegeben. Der Heidelberger Doping-Experte Werner Franke kritisierte in der «Welt» das bisherige Testsystem. «Die Kontrollen sind lächerlich», meinte Franke. Überraschungstest würden kaum vorkommen. Fußball habe ein System, dass sich Korruption leisten könnte. «Fußball ist kein Deut besser als andere Sportarten. Im Gegenteil, eher schlampiger.» Unterdessen bezog Neururer zu seinen Doping-Äußerungen beim DFB mündlich Stellung. «Wir haben ihn gebeten, diese Stellungnahme so schnell wie möglich schriftlich vorzulegen», berichtete Stenger. Die neuerlichen Doping-Vorwürfe Neururers sind für Zwanziger ein Alarmzeichen: «Wir dürfen nicht in Routine erstarren und müssen stets aufs Neue darüber nachdenken, dass der Kampf gegen Doping eminent wichtig ist.» Laut «kicker» hatten bereits nach dem Erscheinen von Harald Schumachers Enthüllungsbuch «Anpfiff» im Februar 1987 insgesamt 31 Profis ausgesagt, dass in der Bundesliga gedopt werde.
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