DFB: Alte Doping-Vergehen verjährt
Frankfurt/Main (dpa) - 18.06.2007, 16:46 Uhr
Das Symbolfoto zeigt eine Spritze vor dem Wort Doping.
Die Doping-Sünden der Vergangenheit in West und Ost bleiben ungesühnt, stattdessen will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verstärkt an einer sauberen Zukunft arbeiten. Der DFB kündigte an, in der neuen Saison die Tests auszuweiten. Am 4. Juli soll es in der DFB-Zentrale in Frankfurt zu einer Sitzung mit allen Doping-Ärzten des DFB kommen. «Es gilt bei uns für alle Doping-Kontrollen das unangemeldete Zufallsprinzip. Wo Missstände aufgedeckt werden, werden wir diesen Vorfällen konsequent nachgehen», betonte DFB-Mediendirektor Harald Stenger. Die Vergehen im Profi-Fußball in der Bundesrepublik und der DDR in den 70er und 80er Jahren werden hingegen nicht mehr sportrechtlich verfolgt, da eine Verjährungsfrist von acht Jahren gilt. «Somit fallen die geschilderten Delikte in den 70er und 80er Jahren unter die Verjährungsfrist», bestätigte Stenger. Im Zuge der Überarbeitung der Doping-Kontrollen habe der Verband Ende 2006 die Frist von sechs Monaten auf acht Jahre ausgeweitet. Zudem hat der DFB bereits am 23. Mai die Einführung eines Doping-Präventionsprogramms für die Bundesligen der A- und B-Junioren beschlossen habe - lange vor den Aussagen von Peter Neururer.
Der ehemalige Bundesliga-Trainer hatte behauptet, dass das Doping mit Captagon im Profi-Fußball in den 80er Jahren gang und gäbe gewesen sei und damit die Doping-Diskussion neu entfacht. Schon vor 20 Jahren hatten Spieler von der Einnahme von Captagon berichtet. Auch die Doping-Altlasten bei Ost-Fußballclubs sind lange bekannt, komplette Teams sollen gedopt und vor allem vor Europacup-Heimspielen sollen Amphetamine eingesetzt worden sein. Im DDR-Spitzenfußball soll in den 70er und 80er Jahren in größerem Stil mit Aufputschmitteln gedopt worden sein. Nachdem der Potsdamer Sporthistoriker Giselher Spitzer schon vor dreieinhalb Jahren Material vom Einsatz unerlaubter Mittel vorgelegt hatte, veröffentlichte die «Bild»-Zeitung nun ein Analyseprotokoll des zentralen DDR-Doping-Labors in Kreischa vom 17. November 1983. Demnach sind gleich zwölf Spieler des ehemaligen DDR-Serienmeisters BFC Dynamo positiv auf Amphetamin und Methamphetamin getestet worden. |