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Doping: Neururer meldet sich bei DFB

Frankfurt/Main (dpa) - 18.06.2007, 14:40 Uhr

Peter Neururer hat sich nun auch mit dem DFB in Verbindung gesetzt.
Peter Neururer hat sich nun auch mit dem DFB in Verbindung gesetzt.

Der ehemalige Bundesliga-Trainer Peter Neururer hat zu seinen jüngsten Doping-Äußerungen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) mündlich Stellung bezogen.

«Wir haben ihn gebeten, diese Stellungnahme so schnell wie möglich schriftlich vorzulegen», sagte DFB-Mediendirektor Harald Stenger. Neururer habe sich telefonisch beim DFB-Chefjustiziar Stefan Hans gemeldet. Stenger betonte, dass der DFB Vergehen konsequent ahnde: «Es gilt bei uns für alle Doping-Kontrollen das unangemeldete Zufallsprinzip. Wo Missstände aufgedeckt werden, werden wir diesen Vorfällen konsequent nachgehen.»

Zudem will der Verband die Tests in der neuen Saison ausweiten. Stenger teilte mit, dass der Verband bereits am 23. Mai die Einführung eines Doping-Präventionsprogramms für die Bundesligen der A- und B-Junioren beschlossen habe - lange vor Neururers Aussagen. Am 4. Juli soll es in der DFB-Zentrale in Frankfurt zu einer Sitzung mit allen Anti-Doping-Ärzten des DFB kommen.

Verbandspräsident Theo Zwanziger sagte im «kicker», dass es bereits «Trainings- und Wettkampfkontrollen und strengste Bestrafungen» gebe. Seit 1988 habe es bei den Tests «wenige Verstöße» gegeben. Bisher wurde nach Angaben Zwanzigers in zwölf Ligen und Wettbewerben regelmäßig kontrolliert. Geprüft werde, ob sogar an einigen Bundesliga-Spieltagen auf einen Schlag alle Profis getestet werden können. «In der Praxis wäre das möglich. Die Details muss man mit der Liga besprechen», erklärte der DFB-Präsident. Noch fehlten dazu aber die logistischen Voraussetzungen.

Die Doping-Vorwürfe Neururers sind für Zwanziger ein Alarmzeichen. «Wir dürfen nicht in Routine erstarren und müssen stets aufs Neue darüber nachdenken, dass der Kampf gegen Doping eminent wichtig ist», sagte er. Neururer hatte behauptet, dass das Doping mit Captagon im Fußball in den 80er Jahren gang und gäbe gewesen sei. Der «kicker» wies in der aktuellen Ausgabe darauf hin, dass nach dem Erscheinen von Harald Schumachers Enthüllungsbuch «Anpfiff» bereits im Februar 1987 insgesamt 31 Profis ausgesagt hatten, dass in der Bundesliga gedopt werde.


Sportrechtlich verfolgt werden Vergehen, die in den in den 70er und 80er Jahren begangen wurden, jedoch nicht mehr. Der DFB teilte mit, dass beim Verband eine Verjährungsfrist von acht Jahre gelte. «Somit fallen die geschilderten Delikte in den 70er und 80er Jahren unter die Verjährungsfrist», sagte DFB-Mediendirektor Harald Stenger. Im Zuge der Überarbeitung der Doping-Kontrollen sei Ende 2006 die Frist von sechs Monaten auf acht Jahre ausgeweitet worden.

Unterdessen gaben erstmals zwei ehemalige Teamärzte von Eintracht Braunschweig zu, dass in den 70er und 80er Jahren Profis mit Captagon gedopt hatten. «Solche Mittel wurden im Kreis der Spieler offen gehandelt, und ich habe davon gewusst», sagte der Mediziner Peter Harms der «Braunschweiger Zeitung». Sein Nachfolger Jürgen Stumm sagte: «Es gab Spieler, die Captagon genommen haben, Mitte und Ende der 80er Jahre.»

Bayern Münchens Präsident Franz Beckenbauer kann beim Doping im Fußball hingegen «keinen Sinn» erkennen. Ein Sportler könne sich sicher auf einen bestimmten Moment hin dopen. «Aber im Fußball hast du ja jeden dritten Tag ein Spiel - das geht ja gar nicht. Deswegen ist das für mich ein bisschen unwahrscheinlich», sagte Beckenbauer der «Passauer Neuen Presse.

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