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Neururer entlastet Schalke - Konsequenzen verlangt

Düsseldorf (dpa) - 15.06.2007, 15:11 Uhr

Peter Neururer fühlt sich missverständlich zitiert.
Peter Neururer fühlt sich missverständlich zitiert.

Peter Neururer hat nach seinen Äußerungen über früheren Stimulanzmittel-Missbrauch im Profi-Fußball den FC Schalke 04 vom Doping-Vorwurf freigesprochen.

«Wenn das in dem Interview so steht, dann bin ich entweder falsch zitiert worden oder es ist eine unglückliche Vermischung meiner Aussage», sagte er den «Ruhr Nachrichten» und schwächte damit seine brisante Aussage in Bezug auf den Revierclub ab. Während seiner Trainertätigkeit beim damaligen Fußball-Zweitligisten aus Gelsenkirchen vom 11. April 1989 bis 13. November 1990 sei «die Sache längst abgeschlossen» gewesen.

An seiner grundsätzlichen Behauptung, dass viele Spieler in den 80er Jahren «verrückt nach Captagon gewesen» seien, hält Neururer allerdings fest. Das sei aber vor seiner Schalker Zeit der Fall gewesen. «Es geht hier nicht um Dinge, die ich vom Hörensagen kenne. Ich weiß es, das können Sie mir glauben», sagte Neururer.

Der Fußball-Lehrer hatte mit Vorwürfen für Aufsehen gesorgt, wonach Doping im Fußball an der Tagesordnung gewesen sei. «Es ist mir bekannt, dass früher Captagon genommen worden ist. Bis zu 50 Prozent haben das konsumiert. Nicht nur in der zweiten Liga. Auf Schalke habe ich das 1989/90 auch mitbekommen», war Neururer in der «Sport Bild» zitiert worden. Daraufhin hatte ihn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zur Mithilfe und zur Nennung von Namen und Beispielen aufgefordert.

Auch Wilfried Kindermann forderte Neururer auf, seine Vorwürfe zu präzisieren. «Der DFB muss sich Konsequenzen überlegen. Wenn Herr Neururer das mitbekommen hat, dann hat er sich schuldig gemacht. Denn es wäre der absolute Hammer, wenn es stimmen sollte. Ich habe immer gesagt, dass Fußball keine Doping freie Zone ist. Aber wenn er behauptet, dass 50 Prozent Captagon genommen haben, muss er in seiner Funktion konkrete Namen nennen», sagte der deutsche Olympia-Chefmediziner und frühere Arzt der Fußball-Nationalmannschaft in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Mittlerweile erhielt Neururer erste Rückendeckung. So soll es in Hamburg in den 80er Jahren zu Dopingverstößen gekommen sein, wie der damalige Mannschaftsarzt des FC St. Pauli, Peter Benckendorff, dem «Hamburger Abendblatt» bestätigte. «Ein Spieler ist damals vor einem Spiel auf mich zugekommen und hat gefragt: Doc, gibst du mir mal eine Capi?», erinnerte sich Benckendorff. Er habe dem Spieler gesagt, dass er Captagon nicht habe und auch nicht verabreiche. Daraufhin habe sich der Kicker mit den Worten beschwert: «Muss ich denn immer zu meinem Ex-Club fahren, um Captagon zu bekommen?»


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