Neururer: Kein Doping bei Schalke - Profi gibt zu
Düsseldorf (dpa) - 15.06.2007, 13:25 Uhr
Peter Neururer fühlt sich missverständlich zitiert.
Während Peter Neururer den FC Schalke 04 vom Doping-Vorwurf freigesprochen hat, hat der frühere Bundesliga-Profi Günter Schlipper die Einnahme verbotener Stimulanzien während seiner Fußball-Karriere zugegeben. «Wenn das in dem Interview so steht, dann bin ich entweder falsch zitiert worden oder es ist eine unglückliche Vermischung meiner Aussage», sagte Neururer den «Ruhr Nachrichten» und schwächte damit seine brisante Aussage in Bezug auf den Revierclub ab. Während seiner Trainertätigkeit beim damaligen Fußball-Zweitligisten aus Gelsenkirchen vom 11. April 1989 bis 13. November 1990 sei «die Sache längst abgeschlossen» gewesen. An seiner grundsätzlichen Behauptung, dass viele Spieler in den 80er Jahren «verrückt nach Captagon gewesen» seien, hält Neururer allerdings fest. Das sei aber vor seiner Schalker Zeit der Fall gewesen. «Es geht hier nicht um Dinge, die ich vom Hörensagen kenne. Ich weiß es, das können Sie mir glauben», sagte Neururer.
Schlipper räumte den Konsum zu seiner aktiven Zeit ein: «Als Spieler beim MSV Duisburg habe ich das ein oder zwei Mal ausprobiert», sagte er dem «Hamburger Abendblatt». Captagon habe damals unter den Spielern die Runde gemacht. «In Duisburg musste man nur zum Masseur gehen», erzählte Schlipper, der unter Trainer Neururer Ende der 80er Jahre auch für den FC Schalke 04 gespielt hatte. Auch in Hamburg soll es in den 80er Jahren zu Dopingverstößen gekommen sein, wie der damalige Mannschaftsarzt des FC St. Pauli, Peter Benckendorff, ebenfalls dem «Hamburger Abendblatt» bestätigte. «Ein Spieler ist damals vor einem Spiel auf mich zugekommen und hat gefragt: Doc, gibst du mir mal eine Capi?», erinnerte sich Benckendorff. Er habe dem Spieler gesagt, dass er Captagon nicht habe und auch nicht verabreiche. Daraufhin habe sich der Kicker mit den Worten beschwert: «Muss ich denn immer zu meinem Ex-Club fahren, um Captagon zu bekommen?» Neururer hatte mit Vorwürfen für Aufsehen gesorgt, wonach Doping im Fußball an der Tagesordnung gewesen sei. «Es ist mir bekannt, dass früher Captagon genommen worden ist. Bis zu 50 Prozent haben das konsumiert. Nicht nur in der zweiten Liga. Auf Schalke habe ich das 1989/90 auch mitbekommen», war Neururer in der «Sport Bild» zitiert worden. Daraufhin hatte ihn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zur Mithilfe aufgefordert. «Wir haben Herrn Neururer gebeten, uns Namen und Beispiele zu nennen», sagte DFB-Mediendirektor Harald Stenger.
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