Ribbeck wird 70: Ex-Bundestrainer übt mit den Enkeln
Stuttgart (dpa) - 13.06.2007, 09:14 Uhr
Erich Ribbeck aufgenommen bei der Fußball-EM 2000 im "De Kuip"-Stadion in Rotterdam.
Als Rentner und stolzer Opa genießt Erich Ribbeck die etwas anderen Erfolgserlebnisse. Rechtzeitig zum 70. Geburtstag ist der frühere Fußball-Bundestrainer mit neuem Hüftgelenk wieder fit für die Familie. «Ich freue mich immer, wenn ich meine Enkelkinder sehe. Ich habe denen schwimmen und Skifahren beigebracht. Das sind für einen ehemaligen Trainer kleine Erfolgserlebnisse», sagte Ribbeck lachend der Deutschen Presse-Agentur dpa. Seinen 70. Geburtstag am 13. Juni feiert «Sir Erich» im kleinen Kreis auf Teneriffa, dem zweiten Wohnsitz neben dem rheinischen Pulheim. «Besser könnte es mir nicht gehen», sagte der gebürtige Wuppertaler. Ribbeck ist mit sich und der Welt im Reinen, obwohl während seiner letzten Berufsstation als Bundestrainer zwischen 1998 und 2000 die Kritik auf ihn herabprasselte. «Ich bin das Gegenteil von nachtragend. Ich kann mich aufregen, aber dann ist es sehr schnell vergessen.» Das Vorrunden-Aus bei der Europameisterschaft 2000 war Ende und Tiefpunkt einer Laufbahn, die einen einzigen Titel aufzuweisen hatte: 1988 wurde Ribbeck mit Bayer 04 Leverkusen UEFA- Pokalsieger.
Den Makel der schlechtesten Bilanz eines deutschen Bundestrainers überhaupt nimmt Ribbeck gelassen. «Ich war der Einzige, der während der Saison verpflichtet wurde. Da lebt man von der Hand in den Mund. Da hat man überhaupt keine Chance, etwas auszuprobieren oder jemanden vorzubereiten», erinnert er sich über die chaotische Trainersuche im September 1998 nach dem Rücktritt von Berti Vogts. «Ich konnte mit der Kritik ganz gut umgehen, es ist aber immer schwierig für die näheren Angehörigen.» Als Sportbeauftragter von Opel lernte er von 1989 bis 1992 auch die andere Seite des Medien-Geschäfts kennen, ehe ihn Franz Beckenbauer zum FC Bayern lotste. «Dort bin ich das erste Mal als Trainer herausgeflogen. Das war für mich unverständlich. Aber man darf das als Betroffener nicht so dramatisch sehen», erinnert sich Ribbeck an das neunmonatige Münchner Intermezzo. |