Favre sieht den Job als eine «unglaubliche» Herausforderung. «Wenn ein solcher Verein anfragt, muss man sich ernsthaft Gedanken machen. Hertha wollte mich unbedingt, das hat mir imponiert», sagte der Coach, der schon weiß, was ihn in Berlin erwartet. «Ich habe davon gehört, dass es eine schwierige Mannschaft sein soll. Aber dazu kann ich nichts sagen, will die Spieler erst einmal kennen lernen.» Wie der Verein mitteilte, hat man sich mit Favre auf einen Dreijahresvertrag bis 2010 geeinigt. «Wir sind sehr froh, dass wir unseren Wunschtrainer unter Vertrag nehmen konnten», sagte Manager Dieter Hoeneß. «Lucien Favre passt sowohl sportlich als auch menschlich hervorragend zu Hertha BSC und nach Berlin.» Karsten Heine, der den Bundesligisten als Nachfolger von Falko Götz in den letzten sechs Saisonspielen betreut hatte, kehrt ins zweite Glied zur U23-Mannschaft zurück, die gerade aus der Regionalliga abgestiegen ist. Favre ist nach dem Bochumer Marcel Koller, Hanspeter Latour (1. FC Köln) und Martin Andermatt (SSV Ulm, Eintracht Frankfurt) der vierte Schweizer Trainer in der Bundesliga-Geschichte. Bei Hertha BSC standen in dem Ungarn Pal Csernai und dem Niederländer Huub Stevens vor ihm erst zwei ausländische Cheftrainer unter Vertrag. Dieter Hoeneß war zuvor nach Zürich geflogen, um den offenbar unsicher gewordenen Favre nochmals vom Wechsel nach Berlin zu überzeugen. Auch der FCZ hatte um den West-Schweizer geworben, der gerade zum zweiten Mal nacheinander Trainer des Jahres in seiner Heimat geworden war. Der 24-malige Nationalspieler gilt als Anhänger des offensiven Fußballs, der auch einen Blick für Talente hat. Mit Hertha BSC machte er Ende 2001 Bekanntschaft: Damals warf er die Berliner mit Servette Genf aus dem UEFA-Cup. Nach einem 0:0 in Genf siegte Servette im Rückspiel 3:0 im Olympiastadion und fügte den Hauptstädtern eine der schmerzlichsten Niederlagen in ihrer Europapokal-Geschichte zu. Für Servette war der zweifache Familienvater auch als Spieler aktiv. Weitere Stationen waren Yverdon-Sports und der FC Echallens. Als Trainer betreute er außer dem FC Zürich und Servette auch Yverdon.
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