Ausverkauf in Wolfsburg: Hanke und Klimowicz weg
Wolfsburg (dpa) - 23.05.2007, 17:25 Uhr
Klaus Fuchs sucht nach neuen Spielern für den VfL Wolfsburg.
Neuer Aufsichtsrat, neuer Sportdirektor, neuer Trainer und jede Menge neuer Spieler: Beim VfL Wolfsburg bleibt kein Stein auf dem anderen. Mit einem in der Geschichte der Bundesliga einzigartigen Radikal-Umbruch soll der Verein von Grund auf saniert werden. Zuvor scheint es aber einen Ausverkauf zu geben. Nationalspieler Mike Hanke wechselte zu Hannover 96, sein Sturmkollege Diego Klimowicz zu Borussia Dortmund. Die beiden Wechsel zeigen, wie sehr der Volkswagen-Konzern mit seinem Werksclub unter Zeitdruck steht. Einzige Konstante bleibt der teilweise entmachtete Geschäftsführer Klaus Fuchs, der seine Teilnahme an der Argentinien-Reise des VfL kurzfristig absagte. Er muss neues Personal suchen, vor allem für den Sturm. Die Reihen beim VfL lichten sich seit Tagen. Trainer Klaus Augenthaler wurde entlassen, Aufsichtsratschef Lothar Sander musste aufgeben und die wenigen Leistungsträger aus dem Profi-Kader suchen das Weite. Klimowicz und Hanke sind bereits verkauft, zudem will Mittelfeld-Abräumer Tom van der Leegte zum PSV Eindhoven und Abwehrchef Kevin Hofland möchte zu Bayer Leverkusen. Zuvor standen mit Hans Sarpei, Miroslav Karhan und Marian Hristow bereits erste Abgänge fest. Demgegenüber gibt es mit Ashkan Dejagah von Hertha BSC erst eine Verpflichtung für die neue Saison. «So dramatisch ist das nicht», sagte Fuchs: «Wir haben ja ein funktionierendes Gerippe.»
Der VfL-Umbau erfolgt jetzt von oben. Mit Sander ist ein blasser Aufsichtsratschef ausgeschieden, der in den zurückliegenden vier Jahren mit Wolfgang Wolf, Jürgen Röber, Erik Gerets, Holger Fach und Klaus Augenthaler fünf Trainer rausgeschmissen hat. Dazu kamen die Entlassungen der Manager Peter Pander und Thomas Strunz. Statt der laut verkündeten Champions-League-Teilnahme spätestens 2007 gab es wieder nur Kampf um den Klassenerhalt. Volkswagen zog jetzt die Notbremse, schickte mit Konzern- Vorstandsmitglied Hans Dieter Pötsch einen der mächtigsten Manager an die Spitze des Aufsichtsrates. Händeringend wird nun ein Paket aus Sportdirektor und Trainer gesucht, verantwortlich ist dafür vor allem der VW-Konzernvorstand, der das Thema zur Chefsache gemacht hat. «Ich bin zwar für das operative Geschäft zuständig, aber ich bin da kein Einzelkämpfer», erklärte Fuchs. Die Kompetenzen des Geschäftsführers sollen beschnitten werden, aber noch ist er unverzichtbar. |