Radikal-Umbau auf allen Ebenen in Wolfsburg
Wolfsburg (dpa) - 23.05.2007, 14:13 Uhr
Klaus Fuchs sucht nach neuen Spielern für den VfL Wolfsburg.
Neuer Aufsichtsrat, neuer Sportdirektor, neuer Trainer und jede Menge neuer Spieler: Beim VfL Wolfsburg bleibt kein Stein auf dem anderen. Mit einem in der Geschichte der Bundesliga einzigartigen Radikal-Umbruch soll das Profi-Team von Grund auf saniert werden. Dabei steht der Volkswagen-Konzern mit seinem Werksclub unter enormen Zeitdruck. Einzige Konstante bleibt der teilweise entmachtete Geschäftsführer Klaus Fuchs, der seine Teilnahme an der Argentinien-Reise des VfL kurzfristig absagte, um Personal zu suchen. Die Reihen beim VfL lichten sich. Trainer Klaus Augenthaler wurde entlassen, Aufsichtsratschef Lothar Sander musste aufgeben und die wenigen Leistungsträger aus dem Profi-Kader suchen das Weite: Torjäger Diego Klimowicz geht zu Borussia Dortmund, Mittelfeld- Abräumer Tom van der Leegte will zum PSV Eindhoven und Abwehrchef Kevin Hofland zu Bayer Leverkusen. Zuvor standen mit Hans Sarpei, Miroslav Karhan und Marian Hristow bereits erste Abgänge fest. Demgegenüber gibt es mit Ashkan Dejagah von Hertha BSC erst eine Verpflichtung für die neue Saison. «So dramatisch ist das nicht», sagte Fuchs: «Wir haben ja ein funktionierendes Gerippe.»
Der VfL-Umbau erfolgt jetzt von oben. Mit Sander ist ein blasser Aufsichtsratschef ausgeschieden, der in den zurückliegenden vier Jahren mit Wolfgang Wolf, Jürgen Röber, Erik Gerets, Holger Fach und Klaus Augenthaler fünf Trainer rausgeschmissen hat. Dazu kamen die Entlassungen der Manager Peter Pander und Thomas Strunz. Statt der laut verkündeten Champions-League-Teilnahme spätestens 2007 gab es wieder nur Kampf um den Klassenerhalt. Volkswagen zog jetzt die Notbremse, schickte mit Konzern-Vorstandsmitglied Hans Dieter Pötsch einen der mächtigsten Manager an die Spitze des Aufsichtsrates. Händeringend wird nun ein Paket aus Sportdirektor und Trainer gesucht, verantwortlich ist dafür vor allem der VW-Konzernvorstand, der das Thema zur Chefsache gemacht hat. «Ich bin zwar für das operative Geschäft zuständig, aber ich bin da kein Einzelkämpfer», erklärte Fuchs. Die Kompetenzen des Geschäftsführers sollen beschnitten werden, aber noch ist er unverzichtbar. |