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VfB-Erfolgsduo Veh/Heldt auch im Feiern vereint

Stuttgart (dpa) - 20.05.2007, 11:11 Uhr

Stuttgarts Trainer Armin Veh (l) und Manager Horst Heldt im Autokorso.
Stuttgarts Trainer Armin Veh (l) und Manager Horst Heldt im Autokorso.

Auch in der Sekunde des Triumphes passte kein Blatt zwischen sie: Trainer Armin Veh umarmte Teammanager Horst Heldt nach dem Gewinn der deutschen Fußball-Meisterschaft innig.

Dem Manager-Novizen des VfB Stuttgart galt der erste Dank des Trainers, der nach langen Umwegen in die erste Garde seiner Gilde aufrückte. «Es ist wichtig, als Team zu arbeiten. Einzelkämpfer, die Erfolg nur auf sich projizieren, werden keinen haben», lüftete «Zauber-Veh» ein Erfolgsgeheimnis der jüngsten Bundesliga-Mannschaft.

Während Veh wie immer nach dem Spiel erst einmal in den Stadionkatakomben seine Gedanken sammelte, blieb Heldt auf der Bank sitzen - ruhig, wie auch schon beim 2:1-Zittersieg gegen Energie Cottbus, der dem VfB den fünften Titel sicherte. «Ich war relativ entspannt, weil ich von der Qualität der Mannschaft überzeugt war», versicherte der 37-Jährige. Im Auftreten verbindlich-smart, schreckte der gelernte KFZ-Mechaniker aber auch vor harten Entscheidungen nie zurück.

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Beim Wechsel vom grünen Rasen an den Schreibtisch zu Jahresbeginn 2006 noch als Manager-Lehrling verspottet, feuerte Heldt sogleich Trainer-Legende Giovanni Trapattoni und präsentierte Veh, den er von einer gemeinsamen Hospitanz kannte. Die beiden entsorgten die Altlasten von Felix Magath, Matthias Sammer und Co. und nahmen junge, unverbrauchte Spieler an Bord.

Im Gegensatz zu Heldt («Ich war immer von ihm überzeugt») schlug Veh im Verein offenes Misstrauen entgegen. Inzwischen bereut VfB- Aufsichtsratschef Dieter Hundt sein abwertendes Urteil von der «Übergangslösung» und kroch bereits mehrfach öffentlich zu Kreuze: «Damals konnte ich mir einfach nicht vorstellen, dass der VfB mit Armin Veh kurzfristig so erfolgreich sein könnte.» Noch im Sommer galt Veh als einer der ersten Kandidaten für einen Rauswurf.


Die Skepsis des mächtigen Arbeitgeberpräsidenten speiste sich auch aus den letzten, weniger glücklichen Trainerjahren des Armin Veh. Bei Hansa Rostock warf er selbst das Handtuch: «Das war der größte Fehler meiner Trainer-Karriere.» Der bayerische Schwabe weist immer gerne darauf hin, das der VfB-Coup nicht sein erster Titel war: «Nur kann man mit Reutlingen, Rostock oder Augsburg eben in der Bundesliga kein Meister werden.»

Der prinzipientreue Veh kennt die Mechanismen der Branche. Dazu gehört, dass er nur Einjahresverträge akzeptiert oder sich auch im Erfolgsfall nicht die Haare abschneiden lässt. An den Medienrummel hat sich Veh gewöhnt, anders als früher lässt er die Frage-Antwort- Runde gelassener über sich ergehen. Trotz oder gerade wegen des wachsenden Drucks wurden Stuttgarter Pressekonferenzen zuletzt immer mehr zu Slapstick-Veranstaltungen, bei denen sich Veh und der Rheinländer Heldt verbal die Bälle zuspielten.

«Ich wäre gerne Spieler bei Armin», sagte Heldt einmal und bekam ob seines beginnenden Bauchansatzes Vehs volle Breitseite ab: «Das hast du auch nötig.» In der täglichen Trainingsarbeit auf dem Platz hält sich Generalist Veh zurück, überlässt die Anweisungen Co- Trainer Alfons Higl und Konditionscoach Christian Kolodziej. Mit verschränkten Armen aus der Ferne gewinnt er Erkenntnisse für so manche Mannschaftsaufstellung. «Er ist eher der ruhige Typ, setzt auf Eigenverantwortung und darauf, dass die Jungs nach dem Training noch einmal 20 Flanken von sich aus schlagen», berichtet Torwart Timo Hildebrand.

Aberglaube ist wie so oft im Profifußball auch bei Veh extrem ausgeprägt. Ins Spiel geht er mit einem Dreitage-Bart, vor dem Anpfiff muss ihm ein Betreuer immer die gleiche Trinkflasche in die Hand drücken. Sein bester Glücksbringer hat nun endgültig ausgedient: Der graue Anzug soll für einen sozialen Zweck versteigert werden. Das gute Stück wurde in den Bier- und Champagnerduschen völlig ruiniert.

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