Vom angekündigten spielerischen Aufschwung war indes kaum etwas zu sehen, vom einst für 2007 avisierten Anklopfen an die Champions League schon gar nicht. Das Thema wird auch für den Neuen - der Vierte innerhalb von nur zwei Jahren - tabu sein. Wer auch immer das sein wird, muss gemeinsam mit dem ebenfalls gesuchten neuen Sportdirektor erst die zahlreichen Brandherde löschen, die aus der verfehlten Personalpolitik der vergangenen Jahre resultieren. Wie in der Branche üblich kursierten bereits vor Augenthalers Abschied Namen eines möglichen Nachfolgers. Die in Diensten des österreichischen Meisters Red Bull Salzburg stehenden Lothar Matthäus (Trainer) und Oliver Kreuzer (Sportdirektor) standen ganz oben auf der Liste, bekundeten jedoch bereits ihr Desinteresse. «Wenn wir die Entscheidung getroffen haben, werden wir sie zeitnah bekannt geben», versprach Sander. Ähnliche Turbulenzen blieben dem norddeutschen Rivalen in dieser Saison erspart. Das magere Abschneiden nach der hoffnungsvollen Hinrunde hat Werders Verantwortliche aber nicht eben zu Jubelposen animiert. «Natürlich hatten wir uns mehr erhofft und sind enttäuscht», gestand Geschäftsführer Klaus Allofs ein. Vor Werder steht wie 2005 die Pflichtübung, nach Rang drei in der Bundesliga über die Qualifikationsrunde doch noch zum vierten Mal in Folge die Champions League zu erreichen. Markus Rosenberg ist dafür einer der größten Hoffnungsträger. Der erst in der Winterpause verpflichtete Schwede schoss die Bremer mit seinen Saisontoren sieben und acht in nur 14 Partien (54./87.) vor 30 000 Zuschauern zum versöhnlichen Saisonausklang und weckte neue Hoffnungen. «Wenn er in der nächsten Saison auch international spielberechtigt ist, wird Markus zeigen, wie wertvoll er für uns ist», sagte Allofs zuversichtlich. Mit einem Hintergedanken? So ganz aus der Welt ist der Abschied von Miroslav Klose trotz gegenteiliger Bekundungen angesichts des momentanen Kaufrausches der Münchner Bayern vielleicht doch noch nicht.
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