Müller: «Letztlich haben wir eine absolut tolle Saison gespielt. Immerhin bestand ja auch die Gefahr, die direkte Champions-League- Qualifikation noch zu verspielen. Wir sind zusammen gereift, und das stimmt mich zuversichtlich. Man muss erlebt haben, was es bei uns trotz der Enttäuschung noch für einen Zuspruch gibt. Das unterscheidet uns von vielen anderen Clubs. Unsere Fans sind einmalig in Deutschland, wenn nicht gar in der ganzen Welt.» In den vergangenen Tagen war oft von einer schweren historischen Hypothek, von fehlender Nervenstärke oder gar einem «Schalke-Syndrom» die Rede. Können Sie das noch hören? Müller: «Diese Mannschaft hat mit dem Team von 2001 oder 2005 nicht mehr viel gemeinsam. In vielen Phasen der Saison haben wir gezeigt, dass wir stabil sind und dem großen Druck standhalten können. Aber wir haben auch Fehler gemacht, daraus müssen wir unsere Schlüsse ziehen. Es liegt an uns, dass wir es besser machen und irgendwann einmal schaffen.» Wie groß ist der Bedarf, den Kader für kommende Saison umzubauen? Müller: «Wir haben diese Mannschaft vor drei Jahren mit einem großen Schnitt verändert und in den letzten zwei Jahren sukzessive verstärkt. Wir haben eine gute Basis, auch von der Altersstruktur her. Wir wollen gezielt einzelne Spieler holen, die die Mannschaft ein paar Prozent besser machen.» Aber es gibt vollmundige Ankündigungen der Rivalen, in die Vollen zu gehen. Die Bayern wollen viel Geld ausgeben, Sie auch? Müller: «Eines ist klar, die Konkurrenz wird aufrüsten. Bayern München und Werder Bremen werden alles für eine gute Mannschaft tun. Das wird es für uns im nächsten Jahr schwerer machen. Wir hatten in diesem Jahr die große Chance, uns mit wenig Belastung total auf die Meisterschaft zu konzentrieren. Die Chance war so groß wie nie.» Wie groß ist Ihre Hoffnung, dass es 2008 - 50 Jahre nach dem letzten Titelgewinn - endlich das erträumte Happy End gibt? Müller: «Es ist sicher noch zu früh, über Ziele zu sprechen. Aber wir wollen alles Menschenmögliche tun, um wieder konkurrenzfähig zu sein. Das wird schwierig, aber wir werden nicht aufgeben. Sicher wird es auch uns mal vergönnt sein, dass wir die Schale hier auf Schalke sehen. Irgendwann können wir uns den Traum erfüllen. Auf eine Neues!»
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