Heine will Hertha-Coach bleiben - Streit zu Schalke
Frankfurt/Main (dpa) - 20.05.2007, 09:35 Uhr
Die Zukunft zwischen Hertha-Manager Hoeneß (l) und Heine bleibt ungewiss.
Nach dem versöhnlichen Ende einer verkorksten Saison machte sich bei Hertha BSC Aufbruchstimmung breit. Der 2:1 (0:0)-Erfolg bei Eintracht Frankfurt änderte zwar nichts mehr am negativen Gesamteindruck, den die mit großen Ambitionen gestarteten Berliner in der abgelaufenen Spielzeit hinterlassen haben, ließ Manager Dieter Hoeneß aber wieder an eine bessere Zukunft glauben. «Wir hatten einige Probleme in der Mannschaft, die nicht immer intakt war und zuletzt keine Leidenschaft hatte. Heute haben wir Charakter gezeigt. Ich bin mit der Leistung zufrieden. Wir schauen jetzt nach vorn», urteilte Hoeneß. In den kommenden Tagen will Hoeneß die Trainerfrage klären und damit die Weichen für die nächste Saison stellen. «Wir werden im Laufe der Woche entscheiden, ob es mit Karsten Heine weitergeht, oder ob wir einen neuen Coach verpflichten», kündigte Hoeneß an. Der Sieg in Frankfurt durch die Tore von Kevin-Prince Boateng (47.) und Marko Pantelic (87.) spielte Heine in die Bewerbungs-Karten, der die Vorlage prompt nutzte. «Es gibt im deutschen Fußball nichts Attraktiveres als die Bundesliga. Natürlich will ich da arbeiten, wenn ich die Chance dazu bekomme», bekräftigte Heine seine Ambitionen auf den Posten, den er im April vom entlassenen Falko Götz für die letzten sechs Saisonspiele übernommen hatte.
Hoeneß wollte sich keine Tendenz entlocken lassen. «Ich spekuliere nicht über den Trainer. Es ist immer der Gesamteindruck, der entscheidet», sagte der Hertha-Manager. Und da steht unter dem Strich, dass die «alte Dame» von der Spree ihr Saisonziel als Tabellenzehnte deutlich verfehlt hat. «Wir haben in sehr vielen Spielen die Moral vermissen lassen. Jeder von uns muss sich jetzt hinsetzen und selbstkritisch Bilanz ziehen. Vor allem die Disziplinlosigkeiten dürfen nicht mehr passieren. Wir müssen die Saison abhaken. Solch ein Jahr darf sich nicht wiederholen», redete Kapitän Arne Friedrich Klartext. Klare Worte fand nach der unterhaltsamen Partie vor 50 500 Zuschauern auch Albert Streit, der nach einer Stunde mit einem direkt verwandelten Freistoß den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt hatte. Der 27-jährige Mittelfeldspieler verlässt die Eintracht trotz eines Vertrages bis 2009 und will künftig mit Schalke 04 in der Champions League spielen. «Das war mein letztes Tor für die Eintracht. Ich bin mir mit Schalke einig. Jetzt müssen sich nur noch die beiden Vereine auf die Ablösesumme einigen», sagte Streit. Die immer wieder genannte Summe von vier bis fünf Millionen Euro wollte Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen nicht bestätigen. Nicht nur wegen des Weggangs des streitbaren Streit, der als bester Torvorbereiter der Bundesliga zumindest sportlich eine Lücke hinterlässt, hält die Eintracht Ausschau nach Verstärkungen für die kommende Spielzeit. Trainer Friedhelm Funkel hat seine Wunschliste beim Vorstand abgegeben. «Ich hoffe, den einen oder anderen Spieler zu bekommen. Wir gucken nicht nach Masse, sondern immer nach Klasse», sagte Funkel.
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