Doch leicht wurde es den Anhängern der Schwaben nicht gemacht. Nach dem 0:1-Treffer für Energie Cottbus ist Stuttgart neun Minuten lang nicht mehr Meister. Fans sinken auf den Boden, schlagen enttäuscht die Hände vors Gesicht. Erste Tränen fließen. Einige beißen in ihren Schal, klammern sich regelrecht daran fest. Als der 1:1-Ausgleich fiel, kennen die Fans kein Halten mehr. Wildfremde Menschen fallen sich in die Arme und schreien so laut, dass die Stimme versagt. Zur Halbzeit ist es zwar knapp, aber der VfB Stuttgart ist wieder Meister. Mit dem entscheidenden 2:1-Treffer brachen dann alle Dämme. Manche Schlachtenbummler reißen sich das Trikot vom Leib und schwingen es wild über dem Kopf. Ein tausendstimmiger Chor singt «So sehen Sieger aus». Das Jubellied wird von den Gebäuden rings um den Schlossplatz zurückgeworfen. «Davon träume ich seit zwölf Jahren», sagt Stefan aus Stuttgart und legt einen spontanen Samba ein. Ein andere Fan wirft ihm eine Meisterschale aus Aluminium zu. Zeitgleich mit den Spielern auf der Leinwand reißt er sie in die Luft. Während und nach der 90 aufreibenden Minuten blieben die Stuttgarter Fans ihrem guten Ruf treu: Laut Polizei gab es auch Stunden nach dem Abpfiff keine größeren Krawalle. Lediglich vereinzelt mussten die rund 600 Ordnungshüter Auseinandersetzungen schlichten. Wegen des Abbrennens von Feuerwerkskörpern gab es eine Festnahme. Auch die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuz konnten das Spiel weitgehend genießen. Trotz sommerlicher Temperaturen mussten sie nur vereinzelt ausrücken.
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