Stuttgarter Meisterfeier: Bier und Glücksgefühle
Stuttgart (dpa) - 19.05.2007, 18:54 Uhr
Die Stuttgarter Spieler lassen sich im Stadion feiern.
In der Sekunde des Triumphes feierte das Erfolgsteam zunächst nur Einen: Alle Spieler des neuen deutschen Fußball-Meisters VfB Stuttgart rannten auf Torwart Timo Hildebrand zu, der beim Schlusspfiff auf dem Rasen zusammengesunken war. Die Sensationsmannschaft der Saison zeigte auch im Feiern Einigkeit: Die jüngste Elf der Fußball-Bundesliga bildete eine Menschentraube über dem Nationaltorwart, der den VfB nach zwölf Jahren verlässt und mit seinem ersten Titel einen traumhaften Abschied bekam. «Ich werde die Fans, diese Mannschaft und diesen Verein, dem ich alles in meiner Karriere zu verdanken habe, nie vergessen. Ich liebe euch und werde euch nie vergessen», sagte Hildebrand. Kapitän Fernando Meira nahm um 17.29 Uhr unter dem frenetischen Jubel der 56 000 Zuschauer im ausverkauften Stuttgarter Daimlerstadion die Meisterschale von Guido Buchwald entgegen, der den VfB 1992 mit seinem «Last-Minute-Kopfball» zum Meister gemacht hatte. In einem Konfetti-Regen aus Rot und Weiß schrie die jüngste Mannschaft der Liga ihre Freude über das Stuttgarter «Frühjahrsmärchen» heraus. Beim 2:1 gegen Energie Cottbus musste Spieler und Fans jedoch eine Stunde zittern, ehe Samy Khedira mit seinem Siegtreffer das Startsignal zur Jubel-Orgie gab.
Nach dem Cottbusser Tor und der frühen Schalker 2:0-Führung hatte sich stummes Entsetzen im weiten Runde breitgemacht - auch ohne Zwischenstände aus Gelsenkirchen an der Anzeigetafel. Erst nach Thomas Hitzlspergers Ausgleich schöpften die Schwaben Hoffnung, ließen aber euphorische Anfeuerung von den Rängen vermissen. Erst beim 2:1 löste sich die Spannung in einem wahren Orkan. Meistertrainer Armin Veh bekam von den ersten Jubelszenen gar nichts mit. Mit dem Schlusspfiff verschwand der 46-Jährige in der Kabine und verarbeitete seine ersten Minuten als deutscher Meister allein in den Stadionkatakomben. Erst nach knapp zehn Minuten ließ sich Veh wieder auf dem Spielfeld blicken. Den grauen Anzug, den der abergläubische Trainer seit der letzten Stuttgarter Heimniederlage im August 2006 getragen hatte, wurde mit einer Bierdusche durch Antonio da Silva endgültig ein Fall fürs Museum oder die Altkleidersammlung. |