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Schnäppchen Gekas holt sich Torjägerkanone

Bochum (dpa) - 19.05.2007, 17:44 Uhr

Der Bochumer Theofanis Gekas jubelt über einen seiner 20 Saisontreffer.
Der Bochumer Theofanis Gekas jubelt über einen seiner 20 Saisontreffer.

Vom Ersatzspieler in Griechenland zum besten Torjäger der Bundesliga: Theofanis Gekas hat alle überrascht und sich als dritter Stürmer des VfL Bochum die Trophäe als erfolgreichster Goalgetter im Fußball-Oberhaus gesichert.

Im Gastspiel bei Borussia Mönchengladbach blieb der 26-Jährige zwar ohne Torerfolg, doch mit 20 Treffern distanzierte der zuvor in Deutschland nahezu unbekannte Offensivmann prominente Namen wie Roy Makaay (16 Tore), Alexander Frei (16) und Kevin Kuranyi (15). Im VfL-Dress hatten zuvor schon Stefan Kuntz (1986/22) und Thomas Christiansen (2003/21) diese Auszeichnung erobert.

Im Bochumer Stadion machte Gekas den Sirtaki zum Dauerhit. Wann immer er vor heimischer Kulisse ins Schwarze traf, erfreuten sich die Fans des VfL Bochum an den Klängen des griechischen Volkstanzes. Für den VfL war das Fluch und Segen zugleich: Wie zuvor Kuntz und Christiansen nutzt auch Gekas den Höhenflug zu einem lukrativen Vereinswechsel.

Doch der Trennungsschmerz in Bochum hält sich diesmal in Grenzen. Die meisten Fans, Mitspieler und Funktionäre empfinden mehr Dankbarkeit als Groll. Vor allem der ehemalige VfL-Profi und jetzige Club-Manager Kuntz reagiert gelassen. Aus gutem Grund: Denn das Schnäppchen aus Griechenland entpuppte sich nicht nur als Lebensversicherung im Kampf um den Klassenverbleib, sondern auch als Gewinn bringende Investition. Der für 300 000 Euro ausgeliehene Gekas wechselt für geschätzte vier Millionen Euro zu Bayer Leverkusen. «An der Börse würde man über so viel Rendite jubeln», sagte Kuntz.

Mit einer solchen Wertsteigerung konnte niemand rechnen. Der Aufstieg von Gekas trägt märchenhafte Züge. Weil der 26-Jährige bei Panathinaikos Athen keine Perspektive mehr besaß, kam die Offerte aus Bochum gelegen. Kuntz war schon früh auf Gekas aufmerksam geworden und hatte nach einem Gespräch mit dem griechischen Nationaltrainer Otto Rehhagel den Wechsel in die Wege geleitet. Nur wenige Monate später lag das Bochumer Publikum der vermeintlichen Notlösung zu Füßen.


Die unnachahmliche Spielweise des schnellen Stürmers, aus dem Grenzgebiet zum Abseits seinen Gegenspielern zu entwischen, sorgte auch teamintern für hohe Wertschätzung. Großzügig sahen die restlichen Profis über den nicht besonders ausgeprägten Übungseifer ihres Stars hinweg. «Er macht im Training nicht viel. Deshalb ist er am Wochenende fit genug, um die Dinger reinzumachen», scherzte VfL-Kapitän Thomas Zdebel.

Doch selbst nach seiner Einigung mit Leverkusen ließ Gekas keine Söldnermentalität erkennen. Vom 25. bis zum 32. Spieltag erzielte er zehn von 18 Bochumer Treffern und schoss sein Team damit fast im Alleingang aus dem Tabellenkeller. Und konnte als Lohn dafür als erster Grieche die Torjägerkanone in Empfang nehmen.

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