Bei Verfolger Stuttgart ist das Thema Titel nach zuletzt sechs Siegen nicht mehr tabu. Gegen Mainz präsentierte sich der VfB zwar nicht in Galaform, nutzte aber die Schwächen des Gegners eiskalt aus. Nicht von ungefähr fühlen sich viele Fans an das Meisterjahr 1992 erinnert, als der Club am Ende lachender Dritter vor Dortmund und Frankfurt war. Immerhin ist den Schwaben die Champions League schon jetzt gewiss - dank der Schwächeperiode des FC Bayern München, der sich beim 1:1 gegen Absteiger Mönchengladbach erneut in einem bedenklichen Zustand präsentierte. Nur gut, dass die aus sportlicher Sicht desaströse Saison einen Rekord-Umsatz bescherte. Denn bei der angekündigten Grundsanierung kann der abgeschlagene Tabellen-4. eine prall gefüllte Vereinskasse gut gebrauchen. Manager Uli Hoeneß hielt sich diesmal mit Kritik zurück: «Wenn die Spieler die ganze Woche lesen, dass sie fehl am Platze sind, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn nicht bis zum letzten Blutstropfen gekämpft wird.» Mainz (31 Punkte) und Aachen (33) könnten Mönchengladbach in die 2. Bundesliga folgen. Fünf Zähler trennen den FSV vom rettenden Ufer. Nur mit zwei Siegen wäre das drohende Unheil noch abzuwenden. Präsident Harald Strutz hat die Hoffnung auf ein Fußball-Wunder jedoch schon aufgegeben: «Wir haben zwar noch eine theoretische Chance, aber ich gehe davon aus, dass wir absteigen.» Und auch in Aachen schwindet der Glaube an den Klassenverbleib. Beim 0:4 in Frankfurt (37) kassierte der Aufsteiger die sechste Niederlage mit insgesamt 19 Gegentreffern in Serie. «Wir stehen mit einem Bein in der 2. Liga», bekannte Mittelfeldspieler Sascha Rösler. Mit einem Erfolg über den VfL Wolfsburg (36) am kommenden Spieltag könnten die Aachener mit den Norddeutschen nach Punkten gleichziehen. Die Mannschaft von Klaus Augenthaler verpasste beim 0:2 gegen Borussia Dortmund die Chance, sich aus dem Kreis der Abstiegskandidaten zu verabschieden. Dagegen feierte der BVB das glückliche Ende einer Zittersaison.
 |