Als böser Bube möchte Kahn sich nach dem neuerlichen Akt der Selbstjustiz auf dem Spielfeld trotzdem nicht bezeichnen lassen. Ihm passiere so etwas nicht «immer wieder», hielt Kahn einem Reporter entgegen: «Was wollen Sie mir unterstellen. Ich habe in meiner Karriere über 500 Bundesligaspiele gemacht, über 100 Champions-League-Spiele gemacht. Wenn Sie sich da mal anschauen, was da im Endeffekt wirklich passiert ist, werden sie ganz schnell zu einer ganz anderen Meinung kommen», sagte Kahn. Er sehe «keinen Anlass», bei ihm «diese Dinge immer so extrem auszuschlachten». Die Schalker waren sich dagegen einig. «Jeder andere Torhüter hätte die Rote Karte bekommen», sagte Trainer Mirko Slomka. Auch Bayern-Präsident Franz Beckenbauer hätte Rot als gerechtfertigt angesehen und rätselte, was Kahn umtreibt: «Ich weiß nicht, was mit ihm los ist. Das gehört zum Boxkampf Maske gegen Hill, aber nicht auf den Fußballplatz. Ich weiß nicht, warum er sich im Moment so aggressiv aufführt», kommentierte Beckenbauer. Für Hitzfeld ist und bleibt Kahn jedoch ein «Leader» bei Bayern. Er sei der Kapitän und «Vorbild für die jungen Spieler», betonte der Coach. Und so lange Kahn gut halte, sehe er «keinen Grund», sich über die Torhüter-Hierarchie beim deutschen Meister «ernsthaft Gedanken zu machen». Hitzfelds Wertschätzung für Rensing und das Vertrauen in den 22-Jährigen für dessen zweiten Champions-League-Einsatz in Mailand ist aber auch groß: «Michael Rensing ist ein Torhüter, der auch die Nummer 1 bei Bayern sein könnte.» Die Wachablösung bei Bayern ist aber erst im Sommer 2008 geplant. München (dpa) - Oliver Kahn hat einen Tag nach dem 2:0-Sieg des FC Bayern München im Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga gegen Schalke 04 seine nur mit der Gelben Karte geahndete Attacke gegen Gegenspieler Sören Larsen gerechtfertigt. «Das war eine Handlung aus dem Affekt heraus», sagte Kahn vor Journalisten in München. Es sei eine «Überreaktion» von ihm gewesen, räumte der 37 Jahre alte Torhüter ein. Er habe bei dem vorangegangen Luftkampf mit Larsen einen «schmerzhaften Schlag» erlitten. Seine Aktion sei aber «kein Schlag» gewesen. Trainer Ottmar Hitzfeld kritisierte seinen Kapitän: «Da muss man sich besser im Griff haben.»
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