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Trotz Attacke gegen Larsen: Kahn bleibt Nummer 1

01.04.2007, 15:32 Uhr

Oliver Kahn sah zuerst rot und dann vom Schiedsrichter die Gelbe Kare.
Oliver Kahn sah zuerst rot und dann vom Schiedsrichter die Gelbe Kare.

Oliver Kahn steht wieder einmal als Rüpel am Pranger, aber Trainer Ottmar Hitzfeld hält fest zu seinem Kapitän.

Der ehemalige Fußball-Nationaltorhüter muss weder nach seiner Handgreiflichkeit gegen Schalke-Stürmer Sören Larsen noch bei einer Top-Leistung seines Stellvertreters Michael Rensing im Champions-League-Spiel des FC Bayern München beim AC Mailand um seine Position als Nummer 1 beim deutschen Rekordmeister fürchten.

Hitzfeld schloss eine Wachablösung, wie es sie in dieser Saison bei den Bundesligisten Schalke 04 mit Manuel Neuer (21) für den inzwischen zum Hamburger SV gewechselten Frank Rost sowie bei Bayer 04 Leverkusen mit der Beförderung von René Adler (22) für den jahrelangen Stammtorhüter Jörg Butt gegeben hatte, kategorisch aus. Auf die Frage, ob der in Mailand wegen seiner Dopingproben-Affäre gesperrte Kahn auch bei einer Top-Leistung des 22-jährigen Rensing die Nummer 1 bleibe, antwortete Hitzfeld kurz und eindeutig mit «Ja».

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Hitzfeld rüffelte Kahn zwar für seine Überreaktion am Tag zuvor beim 2:0-Sieg gegen Schalke, als der Torhüter Larsen in der 68. Minute zu Boden stieß und eigentlich die Rote Karte hätte sehen müssen. «Da muss man sich besser im Griff haben.» Der Coach führte die Aktion auf Kahns «übertriebenen Ehrgeiz» zurück. Ein Jahr vor seinem angekündigte Karriereende stehe der 37-Jährige noch mehr unter Druck als in der Vergangenheit. «Er will einen guten Abgang haben. Ihm ist nicht egal, wie er von der Bühne abtritt», sagte Hitzfeld.

Kahn entschuldigte sich auch nicht bei Larsen, aber er versuchte, sein Fehlverhalten zu rechtfertigen. «Es war eine Situation, in der ich einen ziemlich heftigen Schlag bekomme, von oben, von unten, von allen Seiten. Ich habe einen heftigen Schmerz gehabt und aus dieser Situation heraus überreagiert», sagte er. Er habe im Affekt reagiert, «aber es war kein Schlagen gegen Larsen». Schiedsrichter Herbert Fandel habe das ebenso gesehen und darum mit der Gelben Karte richtig gelegen, so Kahn. Fandel selbst hatte von einem «Grenzfall» gesprochen und die «geringere Strafe» gewählt.


Als böser Bube möchte Kahn sich nach dem neuerlichen Akt der Selbstjustiz auf dem Spielfeld trotzdem nicht bezeichnen lassen. Ihm passiere so etwas nicht «immer wieder», hielt Kahn einem Reporter entgegen: «Was wollen Sie mir unterstellen. Ich habe in meiner Karriere über 500 Bundesligaspiele gemacht, über 100 Champions-League-Spiele gemacht. Wenn Sie sich da mal anschauen, was da im Endeffekt wirklich passiert ist, werden sie ganz schnell zu einer ganz anderen Meinung kommen», sagte Kahn. Er sehe «keinen Anlass», bei ihm «diese Dinge immer so extrem auszuschlachten».

Die Schalker waren sich dagegen einig. «Jeder andere Torhüter hätte die Rote Karte bekommen», sagte Trainer Mirko Slomka. Auch Bayern-Präsident Franz Beckenbauer hätte Rot als gerechtfertigt angesehen und rätselte, was Kahn umtreibt: «Ich weiß nicht, was mit ihm los ist. Das gehört zum Boxkampf Maske gegen Hill, aber nicht auf den Fußballplatz. Ich weiß nicht, warum er sich im Moment so aggressiv aufführt», kommentierte Beckenbauer.

Für Hitzfeld ist und bleibt Kahn jedoch ein «Leader» bei Bayern. Er sei der Kapitän und «Vorbild für die jungen Spieler», betonte der Coach. Und so lange Kahn gut halte, sehe er «keinen Grund», sich über die Torhüter-Hierarchie beim deutschen Meister «ernsthaft Gedanken zu machen». Hitzfelds Wertschätzung für Rensing und das Vertrauen in den 22-Jährigen für dessen zweiten Champions-League-Einsatz in Mailand ist aber auch groß: «Michael Rensing ist ein Torhüter, der auch die Nummer 1 bei Bayern sein könnte.» Die Wachablösung bei Bayern ist aber erst im Sommer 2008 geplant.

München (dpa) - Oliver Kahn hat einen Tag nach dem 2:0-Sieg des FC Bayern München im Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga gegen Schalke 04 seine nur mit der Gelben Karte geahndete Attacke gegen Gegenspieler Sören Larsen gerechtfertigt.

«Das war eine Handlung aus dem Affekt heraus», sagte Kahn vor Journalisten in München. Es sei eine «Überreaktion» von ihm gewesen, räumte der 37 Jahre alte Torhüter ein. Er habe bei dem vorangegangen Luftkampf mit Larsen einen «schmerzhaften Schlag» erlitten. Seine Aktion sei aber «kein Schlag» gewesen. Trainer Ottmar Hitzfeld kritisierte seinen Kapitän: «Da muss man sich besser im Griff haben.»

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