«Dino» HSV setzt auf die Jugend
Hamburg (dpa) - 20.03.2007, 12:29 Uhr
Das Maskottchen des Hamburger SV kommt gut bei den Kindern an.
Bundesliga-Dino Hamburger SV verfügt über eine Schule, der die Kinder sogar in den Ferien die Türen einrennen. Mit mehr als 3300 Kindern im Jahr ist die Fußballschule des HSV die größte ihrer Art in Deutschland. Nachwuchskicker im Alter von sieben bis 13 Jahren werden in Wochenend- oder Ferienkursen mit der Fußballkunst vertraut gemacht. Viele sind schon Stammkunden und bereits zum wiederholten Male dabei. «Schon vor Weihnachten sind die rund 60 Kurse für das kommende Jahr ausgebucht», sagt Fußballschulleiter Simon Köster. Diese Form des modernen Marketings haben noch längst nicht alle Bundesliga-Clubs für sich entdeckt. Tabellenführer FC Schalke 04 bringt es mit seinem «Knappen-Kids-Camp» nur auf einen Kurs mit 96 Teilnehmern im Jahr. «Vergleichbar mit unserer Schule sind höchstens noch die von Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach», sagt Köster. Bei den Traditionsvereinen besuchen 1200 bzw 1000 Kinder die Kurse.
Ziel der Hamburger Fußballschule ist, neben dem Spaß am Fußball, die Begeisterung der jungen Generation für den eigenen Verein zu mobilisieren. Als «kleine Botschafter» sieht Köster die Kids, die im Anschluss an die Fußballschule nicht nur dem HSV die Daumen drücken, sondern auch ihre Erfahrungen in ihre Heimatvereine zu den Mitspielern und ihren Schulfreunden transportieren sollen. Auch die Eltern sind meist begeistert von den Kursen: «Sie melden sich vielfach bei mir und berichten, dass ihr Schützling an Motivation und Selbstvertrauen sowie Wahrnehmung im Verein gewonnen hat.» Je fünf bis acht Trainer leiten die Kurse. In den Hamburger Frühjahrsferien war Ex-Profi Jimmy Hartwig dabei. Der 52-Jährige hat in der Bundesliga 244 Spiele bestritten, davon 182 für den HSV. Für den ehemaligen Mittelfeldspieler ist es eine große Freude, mit den Jugendlichen zu arbeiten, nachdem er gesundheitsbedingt zwei eigene Schulen aufgeben musste. «Ich spreche ihre Sprache, sie sind meine Welt», sagte Hartwig. |