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Leverkusener Woronin trifft Gladbach ins Herz

Leverkusen (dpa) - 19.03.2007, 15:15 Uhr

Der Leverkusener Andrej Woronin jubelt nach seinem Siegtreffer zum 1:0.
Der Leverkusener Andrej Woronin jubelt nach seinem Siegtreffer zum 1:0.

Mit einem Glückstor Sekunden vor dem Abpfiff hat Andrej Woronin seinen früheren Arbeitgeber mitten ins Herz getroffen, doch Borussia Mönchengladbach wertete den bitteren Rückschlag auch als Mutmacher im Kampf gegen den Abstieg.

«Wir haben vom Charakter, Willen und der Einstellung her nicht wie ein Absteiger gespielt. Und wenn wir in zwei Wochen zu Hause Frankfurt schlagen, sind wir wieder bis auf zwei Punkte dran», sagte Borussen-Trainer Jos Luhukay, der neben dem 0:1 (0:0) bei Bayer Leverkusen auch noch den Ausfall von Michael Delura verkraften musste.

Der schon leicht angeschlagen ins Spiel gegangene Mittelfeldmann erlitt eine schwere Überdehnung des Innenbandes sowie einen Kapselriss im rechten Knie und wird mehrere Wochen ausfallen, ergaben genauere Untersuchungen. Wie der Club mitteilte, ist der Einsatz des 21-Jährigen im nächsten Heimspiel am 31. März gegen Eintracht Frankfurt sehr fraglich.

Luhukay räumte ein, dass das 0:1 in der zweiten Minute der Nachspielzeit durch den von Sebastian Svärd abgefälschten Woronin-Schuss wie ein Knockout in der letzten Runde eines Boxkampfes gewirkt habe. «Es ist unglaublich bitter, wenn man durch so ein unglückliches Gegentor noch verliert. Jetzt muss sich die Mannschaft gemeinsam mit dem Trainer wieder aufbauen», so der Niederländer, dessen Elf als Schlusslicht acht Spiele vor dem Saisonende fünf Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz hat. Dennoch vermittelte kein Spieler des auswärtsschwächsten Teams der Liga (fünf Zähler) den Eindruck, als habe man sich mit dem zweiten Bundesliga-Abstieg nach 1999 bereits abgefunden. «Wir sind hier nicht untergegangen, haben gefightet und uns Torchancen erspielt. Wir geben nicht auf», meinte Marcell Jansen.

Bei der Borussia, die dem UEFA-Cup-Viertelfinalisten über 90 Minuten ebenbürtig war, lief es so, wie es für abstiegsbedrohte Mannschaften oft typisch scheint: Erst hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu. So pfiff Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) den Argentinier Federico Insua wegen Abseits fälschlicherweise zurück und verhinderte die mögliche Führung in der BayArena. «Wenn das Tor gezählt hätte, wäre es anders gelaufen. Dann wäre hier sogar der Sieg drin gewesen», haderte Luhukay. Gladbach blieb auch im 22. Duell mit dem rheinischen Rivalen hintereinander sieglos.


Leverkusen dagegen nahm die drei Punkte zum Ende der Bayer- Festwochen wie ein Geschenk dankbar an. «Ich bin froh, dass wir den Sprung auf Platz fünf geschafft haben. Das eröffnet uns Perspektiven für den erneuten Europacup-Einzug», sagte Michael Skibbe. Mit dem «glücklichen, aber nicht unverdienten» Erfolg habe man einen «schönen Abschluss unter vier, fünf tolle Fußball-Wochen gesetzt».

Vier Tage nach dem grandiosen 3:0 über den RC Lens wurde die Freude des Trainers nur durch die Pfiffe und «Barbarez raus»-Rufe der Fans gegen den Bosnier getrübt. Der 41 Jahre alte Fußballlehrer Skibbe machte deutlich, was er von derlei Stimmungsmache hält. «Das ist eine bodenlose Frechheit. Sergej reißt sich genau so den Arsch auf wie alle anderen. Es ist völlig unangemessen, dass er von einigen Fans so niedergemacht wird», schimpfte er. Einen Angriff auf das Spitzen-Quartett hält er trotz des auf fünf Punkte geschrumpften Rückstandes für utopisch. «Ein realistisches Ziel ist, um Platz fünf zu spielen. Es wird schwer genug, Nürnberg und Hannover hinter uns zu lassen.»

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