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Werder mit Spielfreude auf Schalke-Jagd

Bremen (dpa) - 19.03.2007, 09:51 Uhr

Der Bremer Diego jubelt nach seinem Treffer zum entscheidenden 2:0 gegen Mainz.
Der Bremer Diego jubelt nach seinem Treffer zum entscheidenden 2:0 gegen Mainz.

Werder Bremen hat im richtigen Moment die Kurve gekriegt und biegt in perfekter Verfolgerposition auf die Zielgerade der Fußball-Bundesliga.

Das verdiente 2:0 (0:0) gegen das beste Rückrundenteam FSV Mainz 05 war ein deutliches Signal an Tabellenführer Schalke 04 im spannenden Titelkampf. «Unsere Ausgangsposition ist gut. Das war ein großer Schritt und eine klare Steigerung. Bei uns ist die Spielfreude zurückgekehrt», kommentierte Sportdirektor Klaus Allofs die ansehnliche Sonntag-Partie mit zahlreichen Torchancen auf beiden Seiten.

In zwei Wochen, wenn es nach der Länderspiel-Pause weiter geht, kann Werder den Drei-Punkte-Rückstand wettmachen. Dann sind alle Bremer Bayern-Fans. «Ich rechne fest mit einem Sieg der Münchner gegen Schalke. Wenn wir in Cottbus gewinnen, sind wir vorn», sagte Torsten Frings, warnte aber: «Auch das wäre noch keine Vorentscheidung.»

«Wir haben das leichtere Restprogramm», meinte Torwart Tim Wiese. Das sah Allofs etwas differenzierter: «Wir spielen fast nur noch gegen Teams, die unten drin stehen. Die kämpfen um ihre Existenz. Das kann schwieriger als Spitzenspiele sein», erklärte der Manager. Das Mainz-Spiel untermauerte diese Sichtweise. Eine Stunde wehrte sich das Team von Trainer Jürgen Klopp, teilweise mit offenem Visier, gegen die Niederlage. Erst dann erlöste ausgerechnet Jurica Vranjes (60.) mit seinem Führungstor die Werder-Fans.

Viele der 39 450 Zuschauer hatten den Kroaten zuletzt im UEFA-Cup-Spiel gegen Celta Vigo verhöhnt und ausgepfiffen, was Mitspieler Frings zu einer Publikumsschelte veranlasste. Nun sagte Vranjes: «Das Tor war sehr wichtig, für die Mannschaft und für mich nach diesem Theater um meine Person.» Allofs lobte: «Wenn man ihn kritisiert, soll man ihn auch als Matchwinner feiern.»


Der starke Regisseur Diego traf in der Nachspielzeit zum 2:0, als die Mainzer mit Mann und Maus, inklusive Torhüter Dimo Wache, das Werder-Tor bestürmten. «Wir haben ein gutes Spiel gemacht und mussten Geduld aufbringen. Vor dem Tor haben wir etwas kompliziert gespielt», analysierte Trainer Thomas Schaaf. Damit dürfte vor allem Miroslav Klose gemeint sein. Der WM-Torschützenkönig wirkte nach überstandener Rückenverletzung zwar agil und spritzig, ein Tor gelang ihm aber wieder nicht. Selbst in guter Position suchte er den noch besser stehenden Nebenmann oder verstolperte den Ball.

Die Mainzer stecken nach der zweiten Rückrunden-Niederlage wieder mitten im Abstiegskampf. «Mit etwas mehr Konsequenz wäre etwas mehr drin gewesen», sagte Trainer Klopp. Die beiden Ex-Bremer Mohamed Zidan und Leon Andreasen waren diesmal nicht so dominant. Sie hatten sich an ehemaliger Wirkungsstätte offensichtlich zu sehr unter Druck gesetzt.

Als großen Rückschlag empfand Andreasen sein erstes verlorenes Bundesligaspiel mit Mainz aber nicht. «Wir haben Werder einen guten Kampf geliefert, und ich habe immer gesagt, dass wir bis zum Saisonende gegen den Abstieg kämpfen müssen», sagte der von Werder an Mainz ausgeliehene Profi. Was mit ihm im Sommer passiert, weiß der Däne noch nicht: «Mein Kopf geht kaputt, wenn ich immer daran denke.»

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