Wolfsburg konsequenter als Bochum
Wolfsburg (dpa) - 18.03.2007, 10:10 Uhr
Die Wolfsburger nutzten ihren Torchancen hundertprozentig.
Drei Chancen, drei Tore: Der VfL Wolfsburg hat dank eines gut aufgelegten Marcelinho beim 3:1 (2:0) gegen den VfL Bochum große Effizienz im Bundesliga-Abstiegskampf bewiesen. Trainer Klaus Augenthaler war trotz des wichtigen Sieges gegen ein ebenfalls gefährdetes Team aber nicht rundum zufrieden. «Das war ein schönes Scheiß-Spiel. Ich bin froh, dass es dafür drei Punkte gibt», grantelte der bayerische Coach über den nervösen Auftritt. «Entscheidend war wohl, dass wir vier Prozent mehr gelungene Pässe hatten als die Bochumer», fügte er mit einer Portion Sarkasmus hinzu. «Wir sind in einer Super-Phase», freute sich hingegen Marcelinho nach sieben Punkten aus drei Spielen. Der Brasilianer überzeugte vor 15 743 Zuschauern als Vorbereiter und traf mit weiß gefärbten Haaren auch ins Schwarze. Nach der Führung durch Isaac Boakye (21.) legte er per Eckball für Alexander Madlung (26.) auf, ehe er mit seinem zweiten Saisontor in der 83. Minute die Zitterpartie beendete. Der 13. Treffer des Griechen Theofanis Gekas (66.) war für Bochum zu wenig. Das Team von Trainer Marcel Koller, der die Wolfsburger tief in den Schlamassel ziehen wollte, rutschte wieder auf einen Abstiegsplatz.
«Wir haben das Spiel dominiert, aber Wolfsburg war effektiver. Es fehlte uns die Abgeklärtheit von Marcelinho», sagte Koller. Der viel gelobte Brasilianer und sein ehemaliger Berliner Teamkollege Madlung freuten sich besonders über ihre Co-Produktion beim zweiten Tor. «Das war wie in alten Berliner Zeiten», sagte der Nationalspieler, der als Innenverteidiger bereits zum vierten Mal traf. Dass er sich bei seinem Kopfball bei Martin Meichelbeck aufgestützt hatte, übersah Schiedsrichter Markus Merk. «Alexander ist eine wichtige Person auch außerhalb des Platzes. Er hat mich unterstützt, als ich nach Wolfsburg kam», sagte Marcelinho. Für die Bochumer könnte die «Lebensversicherung» Gekas im Abstiegskampf zu wenig sein. Der Stürmer schloss in der Torschützenliste zum führenden Stuttgarter Mario Gomez auf. Von seinen Mitspielern ging trotz gelungener Kombinationen wenig Gefahr aus. «Wir haben toll gespielt und es hat auch Spaß gemacht. Aber wir hätten konsequenter sein müssen, in der Abwehr und im Angriff», stellte Mannschaftskapitän Thomas Zdebel selbstkritisch fest. Der kurzfristige Ausfall des Ex-Wolfsburgers Marcel Maltritz (Grippe) in der Innenverteidigung erwies sich als zusätzliches Handicap. Trainer Koller, der unter der Woche seinen Vertrag verlängert hatte, pendelt seit mehreren Spieltagen mit Bochum um den rettenden Rang 15. «Es ist schwierig, den Kopf immer oben zu halten», sagte der Schweizer nach dem erneuten Rückschlag. «Jetzt sind wir unter dem Strich. Aber es liegt in unseren Händen und Füßen, über den Strich zu kommen.»
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