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Doll-Debüt beim BVB mit mehr Licht als Schatten

Dortmund (dpa) - 18.03.2007, 09:36 Uhr

Dortmunds neuer Trainer Thomas Doll gestikuliert an der Seitenlinie.
Dortmunds neuer Trainer Thomas Doll gestikuliert an der Seitenlinie.

Thomas Doll war die Zuversicht in Person. Obwohl ihm ein erfolgreicher Einstand verwehrt blieb und es für sein Team in der Tabelle weiter abwärts ging, sprach der neue Trainer von Borussia Dortmund nach der Nullnummer gegen Nürnberg allen Beteiligten Mut zu.

«Das ist ein Neuanfang. So kommen wir da unten wieder aus», versprach er. Der Optimismus des Fußball-Lehrers übertrug sich zwar auf seine Profis, aber nur bedingt auf Reinhard Rauball. Trotz positiver Ansätze legte sich die Stirn des BVB- Präsidenten erneut in tiefe Sorgenfalten: «Mit Blick auf die Tabelle sind das zwei verlorene Punkte. Das 0:0 ist in unserer Situation zu wenig.»

Die Skepsis von Rauball ist begründet: Nur noch einen Rang ist die mit UEFA-Cup-Ambitionen in die Saison gestartete Borussia von einem Abstiegsplatz entfernt. Immerhin deutete sie unter der Regie des dritten Trainers der laufenden Saison in der Defensive einen Aufwärtstrend an, ließ aber im Spiel nach vorn weiterhin Tempo und Präzision vermissen. Mit Blick auf die nun folgenden wichtigen Auswärtsspiele bei den Mitkonkurrenten aus Bielefeld und Aachen kündigte Mittelfeldspieler Florian Kringe eine Trendwende an: «Es ist sehr wichtig, dass wir im Defensivverband wieder als Einheit auftreten. Ich bin deshalb davon überzeugt, dass wir es packen.»

Die nach zuletzt drei Niederlagen entstandende Verunsicherung konnte der am Dienstag vorgestellte Doll seinen Profis in der Kürze der Zeit nicht nehmen. Erst nach der Pause übernahm der BVB gegen die bis dahin spielstärkeren Gäste die Regie. «In der 2. Halbzeit haben sie die Rucksäcke abgeworfen, da war mehr Tempo in den Aktionen», lobte der Röber-Nachfolger. Dennoch blieb das erhoffte Erfolgserlebnis aus, weil Alexander Frei (7./90.) und Ebi Smolarek (72.) die wenigen sich bietenden Chancen nicht nutzen konnten.

Doll hofft, dass er die Länderspiel-Pause zu einer Verbesserung des Offensivspiels seiner Mannschaft nutzen kann: «Darauf müssen wir unser Hauptaugenmerk legen.» Allerdings stehen ihm viele für diverse Nationalmannschaften abgestellten Profis in den kommenden zwei Wochen nicht zur Verfügung. Doch die in Dortmund verbleibenden Spieler wollen die Zeit sinnvoll nutzen. Es scheint, als habe Doll beim gesamten Team die Bereitschaft zu mehr Engagement geweckt. «Er ist ein sehr positiver Mensch, das ist gut so. Schließlich sind wir nur Menschen und keine Militärs», sagte Dortmunds Bester Leonardo Dede.


Auch Hans Meyer hält Doll für eine gute Lösung. «Er ist ein Trainer, der seine Jungs sehr schnell heiß machen und motivieren kann.» Dem Gäste-Coach fiel es leicht, Komplimente zu verteilen. Mit der Punkteteilung konnte er besser leben als sein Gegenüber. Trotz des vierten Spiels ohne Sieg in Serie geriet er ins Plaudern: «Wir sind mit großem Respekt nach Dortmund gefahren. Schließlich habe ich als Trainer erst einmal gegen den BVB gewonnen - damals mit der Hertha. Schon allein deshalb bin ich mit der Punkteteilung sehr zufrieden.»

Ähnlich zufrieden wirkte Abwehrspieler Dominik Reinhardt. «Nach zuletzt sieben Gegentoren in drei Spielen steht heute die Null. Das werte ich als Fortschritt.» Doch im Kampf um einen UEFA-Cup-Platz sind solche Spiele auf Dauer zu wenig. Nicht zuletzt deshalb forderte Reinhardt mehr: «Irgendwann wollen wir auch mal wieder gewinnen. Damit können wir am kommenden Spieltag zu Hause gegen Hertha anfangen.»

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