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Befreiungsschlag für Schalke

Gelsenkirchen (dpa) - 18.03.2007, 09:38 Uhr

Die Schalker Spieler freuen sich nach dem Schlusspfiff über ihren 1:0-Sieg.
Die Schalker Spieler freuen sich nach dem Schlusspfiff über ihren 1:0-Sieg.

Vor sechs Jahren verspielte der FC Schalke 04 im letzten Augenblick alles und wurde nur «Meister der Herzen» - nun ist der achte Titelgewinn zum Greifen nahe.

«Wenn man einen solchen Dusel hat, kann man deutscher Meister werden», meinte Chefcoach Mirko Slomka nach dem schmeichelhaften 1:0 im Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga gegen den VfB Stuttgart verschmitzt. «Das Tor hat eine große Bedeutung für uns, weil das Spiel zeigen sollte, in welche Richtung es für uns geht.» Völlig schnuppe war Teammanager Andreas Müller, dass der erste «Dreier» nach vier erfolglosen Spielen ohne meisterlichen Anstrich zu Stande gekommen war: «Wir haben schon mit besseren Vorstellungen weniger Punkte gewonnen. Da ist es mir heute mal egal, wie wir gewonnen haben.»

Dass beim Spitzenreiter der Abwärtstrend gestoppt wurde und die Hoffnung auf das erste Meister-Stück nach 49 Jahren stieg, verdankt er dem Abstaubertor von Mladen Krstajic (76. Minute) und dem fast zeitgleichen 0:1 von Bayern München bei Eintracht Frankfurt. «Das war ein kleines Finale. Dieser Sieg wird uns viel Selbstvertrauen geben», sagte Krstajic nach dem Befreiungsschlag. Schließlich konnten mit einem Schlag zwei Verfolger abgeschüttelt werden: Stuttgart liegt nun sieben Punkte hinter Schalke, Titelverteidiger Bayern sogar neun.

«Das Stadion ist explodiert. Es war einfach geil und eine Erlösung», freute sich der 33-jährige Serbe darüber, dass endlich wieder der Funke auf die 61 482 Fans in der Veltins-Arena übergesprungen war. Denn die Häme über den zuvor vier Mal sieglosen «FC Schlotter 04» hatte Spuren hinterlassen. «Mir persönlich ist es wichtiger, dass wir hinten zu Null spielen. Das ist mein Job», meinte Aushilfstorjäger Krstajic, der derzeit wegen eines Rippenbruchs nur mit einem Spezialkorsett spielen kann.

Trotz der glücklichen Rückkehr in die Erfolgsspur vermied man bei den «Königsblauen» allzu große Töne. «Es war wichtig, gegen einen direkten Konkurrenten gewonnen zu haben, aber es ist nach wie vor ein Vierkampf», sagte Andreas Müller. In den vergangenen Wochen habe man bei Schalke gesehen, wie schnell man Punkte verlieren könne: «Wir bekommen nichts geschenkt, doch wir haben es selbst in der Hand.»


Auch Trainer Slomka übt sich weiter in Zurückhaltung. «Ich bin vorsichtig, über den Titel zu sprechen. Die Bayern sind auch noch nicht weg», sagte er vor dem Gastspiel beim Rekordmeister am 31. März. Zuversicht dürfte ihm jedoch geben, dass er im Saison-Endspurt wieder mehr personelle Alternativen hat. Neben der Rückkehr von Linksverteidiger Christian Pander feierte auch Nationalstürmer Gerald Asamoah ein halbes Jahr nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch am 28. September 2006 im UEFA-Cup-Spiel beim AS Nancy sein Comeback. «Monatelang habe ich auf der Tribüne mitgezittert. Deswegen war es für mich umso schöner, wieder selbst mitzuwirken», meinte Asamoah.

Enttäuschung herrschte dagegen beim VfB Stuttgart, der Chancen genug hatte, als Sieger vom Platz zu gehen. «Wenn wir gewonnen hätten, wären wir fett dabei gewesen, aber jetzt ist Schalke zu weit weg», sagte Torwart Timo Hildebrand. Auch VfB-Teammanager Horst Heldt haderte mit der Niederlage: «Es ist ärgerlich. Mit einem Sieg hätte es noch interessant werden können.» Erstes Ziel für Stuttgarts Trainer Armin Veh ist nun, bis zum 19. Mai auf Champions-League-Rang drei zu bleiben. «Wir wollen den dritten Platz verteidigen. Und dafür müssen wir gegen Alemannia Aachen in zwei Wochen wieder mit dem Gewinnen beginnen.»

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