HSV-Kampf gegen Sturmflaute
Hannover (dpa) - 18.03.2007, 09:16 Uhr
Der Hamburger Rafael van der Vaart gestikuliert während der Partie in Hannover.
Sechs Mal ungeschlagen, dabei sogar fünf Mal ohne Gegentor - und dennoch steckt der Hamburger SV weiter tief im Abstiegskampf. Die erschreckende Sturmschwäche des weiter akut bedrohten HSV führte in einem packenden Nordderby der Fußball-Bundesliga bei Hannover 96 zu einer Nullnummer, die Trainer Huub Stevens ordentlich granteln ließ. Unwirsch reagierte der Coach auf Fragen zu seinem Angriff und zum Wert des Punktes. «Ja, was soll ich machen?», keifte er nach dem 0:0 in die Runde: «Soll ich jetzt noch das Ergebnis verändern? Möchten Sie, dass ich jetzt noch auf den Platz gehe und ein Tor schieße?» Die eklatante Schussschwäche und die überragenden Reaktionen von 96-Schlussmann Robert Enke brachten den Niederländer kurz nach Spielschluss in Rage. Vor allem jene drei Chancen kurz vor dem Abpfiff, als Boubacar Sanogo, Mehdi Mahdavikia und Piotr Trochowski im Sekunden-Takt am großartigen Enke scheiterten, hätten locker zum Sieg reichen können. Oder die fünf Möglichkeiten von Rafael van der Vaart. «Wir haben sehr gute Chancen gehabt», gab der offensive Mittelfeldmann zu: «Da muss ich treffen.»
So kurios es klingt, aber der HSV durfte nach dem temporeichen Spiel auch glücklich sein über einen gewonnenen Punkt. Denn die drittbeste Abwehr der Liga wackelte gegen Hannover 96 und ließ ebenfalls reichlich Tormöglichkeiten zu. «Hannover hatte auch drei, vier dicke Chancen», kommentierte der starke Torwart Frank Rost: «Man kann auch froh sein, dass wir nicht verloren haben. Ein Punkt ist besser als keiner. Wir müssen auch mal kleinere Brötchen backen.» Mit seinen Kollegen im Sturm ging Rost dennoch hart ins Gericht. «Die Chancen muss man eiskalt nutzen», forderte der erneut starke Keeper: «Die müssen wir reinhauen.» Bei nur zwei Punkten Abstand zum drittletzten Platz ist für Stevens klar: «Wir haben noch acht Endspiele.» Der Nachfolger des entlassenen Thomas Doll will sich von der Sechser-Serie ohne Niederlage nicht blenden lassen: «Wir kämpfen weiter um den Klassenerhalt, bis zum Schluss.» |