Wankender BVB setzt auf Doll als Retter
Dortmund (dpa) - 13.03.2007, 16:20 Uhr
Thomas Doll setzt sich neben BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke( l).
Thomas Doll soll den wankenden Riesen Borussia Dortmund vor einem Sturz in die Zweitklassigkeit bewahren. Einen Tag nach dem Rücktritt von Jürgen Röber unterschrieb der 40 Jahre alte Fußball-Lehrer bei dem vom Abstieg bedrohten Bundesligisten einen Vertrag bis zum 30. Juni 2008. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist guter Dinge, dass der vor knapp sechs Wochen beim Hamburger SV gescheiterte Doll die zuletzt leidenschaftslose Borussia zu neuem Leben erweckt: «Die Gespräche mit ihm haben uns begeistert, sein Konzept hat uns überzeugt. Er hat uns neue Zuversicht gegeben. Wir sind uns sicher, dass er in unserer Situation genau der richtige Mann ist.» Der nach Röber und Bert van Marwijk dritte BVB-Trainer der Saison steht gleich bei seinem Debüt am 17. März im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg mächtig unter Druck. Nach zuletzt drei Niederlagen ist der Revierclub nur noch einen Punkt vom 16. Tabellenplatz entfernt. Trotz der bedenklichen Ausgangslage ging Doll ohne zu zögern auf das BVB-Angebot ein: «Der Verein musste keine große Überzeugungsarbeit leisten. Für einen jungen Trainer wie mich ist es eine Ehre, von solch einem großen Club kontaktiert zu werden. Im Dortmunder Stadion habe ich mein erstes Spiel als Profitrainer erlebt. Jeder Fußball-Fan weiß, was das hier für ein Gänsehaut-Feeling ist.»
Nach kurzer Suche der Vereinsführung und der Absage von Felix Magath machte Doll das Rennen. Schließlich ist der ehemalige Nationalspieler ein im Abstiegskampf erprobter Trainer: Mit neuen Ideen und großem Engagement führte er den HSV nach seinem Amtsantritt im Oktober 2004 vom letzten Bundesliga-Rang in die Champions League. Allerdings scheiterte er in dieser Saison bei dem Versuch, den in Not geratenen HSV wieder auf Kurs zu bringen. Die aufkommenden Bedenken, dass sein kumpelhafter Führungsstil in Dortmund kein probates Mittel sein könnte, hält Doll für unbegründet: «Jeder, der meine Arbeit gut kennt, weiß, dass ich kein Kumpeltyp bin. Es ist wichtig, dass man zu den Spielern Distanz hat. Ich werde harte Entscheidungen treffen und für mehr Disziplin sorgen.» An der Seite seines Co-Trainers Ralf Zumdick schwor er das Team bereits nach dem ersten Training unter seiner Regie mit kämpferischen Worten auf die bevorstehenden harten Wochen ein. «Das ist eine sehr reizvolle Aufgabe, aber sie ist auch heikel. Immerhin hat sie schon zwei Trainer verschlissen», sagte Assistent Zumdick. |