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BVB nach Röber-Rücktritt erneut auf Trainersuche

Dortmund (dpa) - 12.03.2007, 17:44 Uhr

Jürgen Röber verlässt Borussia Dortmund schon wieder.
Jürgen Röber verlässt Borussia Dortmund schon wieder.

Für Übergangscoach Jürgen Röber ist die heikle Mission Borussia Dortmund bereits nach acht Spielen beendet. Aus Frust über die fehlende Leidenschaft seiner Bundesliga-Profis im Abstiegskampf stellte der ohnehin nur bis zum Saisonende engagierte Fußball-Lehrer sein Amt zur Verfügung.

«In dieser schwierigen Situation geht es nicht um Personen, sondern einzig und allein um die Zukunft des BVB. Deshalb habe ich meinen Rücktritt angeboten», sagte der erst vor knapp drei Monaten am 19. Dezember als Nachfolger des Niederländers Bert van Marwijk vorgestellte Trainer.

Mit seinem Rückzug kam Röber der Vereinsführung entgegen. Denn Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportmanager Michael Zorc hatten ihre Suche nach einem vermeintlichen Retter, der den nur noch einen Punkt von der Abstiegszone entfernten Branchenriesen von einem folgenschweren Absturz in die Zweitklassigkeit bewahren soll, längst intensiviert. Dabei bahnt sich eine überraschende Kehrtwende an: Der lange Zeit als Wunschkandidat für die kommende Saison gehandelte Thomas von Heesen scheint aus dem Rennen zu sein.

Nicht zu einer schnellen Rückkehr in die Bundesliga ist Felix Magath bereit. Der am 31. Januar beim FC Bayern München entlassene Trainer will weiter eine Auszeit nehmen. «Herr Magath möchte eine Pause haben», bestätigte Watzke den Dortmunder «Ruhr Nachrichten». Magath, der als Favorit für den wieder vakanten Trainerposten galt, hatte zuvor bereits dem Hamburger SV abgesagt. Im Gespräch ist beim BVB auch der ehemalige HSV-Chefcoach Thomas Doll.

Die Zeit drängt. Denn das Konzept der mit UEFA-Cup-Ambitionen in die Saison gestarteten Borussia, auf einen Übergangstrainer zu setzen, ist grandios gescheitert. «Spätestens nach der Niederlage in Bochum bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass in dieser Mannschaft längst nicht alle den Ernst der Lage begriffen haben», klagte Röber.


Er ist bereits der achte Erstliga-Trainer, der in dieser Saison vorzeitig seinen Stuhl räumte. In einem Interview der «Ruhr Nachrichten» machte er aus seiner Verärgerung keinen Hehl. «Ich hatte beim Training häufig ein blödes Gefühl im Magen. Und das sagte mir, schicke den einen oder anderen Spieler in die Kabine, wenn er keine Lust hat zu arbeiten. Darüber habe ich oft nachgedacht.»

Watzke äußerte Verständnis für die Entscheidung von Röber. «Wir müssen das respektieren. Er hat uns in einer schwierigen Situation geholfen, aber es hat nicht funktioniert. Er hat uns gesagt, dass er die Mannschaft nicht mehr erreicht», sagte Watzke der dpa.

Was mit dem 3:2 im ersten Rückrunden-Spiel über den FC Bayern München vielversprechend begann, endete für Röber mit einer großen Enttäuschung. Der nach langer Abstinenz auf die Bundesliga-Bühne zurückgekehrte Coach konnte sich nicht - wie geplant - für einen anderen Arbeitgeber empfehlen. Als Lückenbüßer fehlte es ihm an Akzeptanz. Obwohl die Lage immer bedrohlicher wurde, ließen seine Profis den für den Abstiegskampf nötigen Biss Woche für Woche vermissen. Nicht zuletzt deshalb wirke der mit viel Energie gestartete Röber zuletzt ratlos und ausgebrannt.

Das Scheitern von Röber durchkreuzte die ursprünglichen Pläne der BVB-Vereinsführung mit von Heesen. Sieben Wochen nach seinem Abschied aus Bielefeld war der einstige Wunschkandidat offenbar nicht bereit, die schwierige Aufgabe bereits in dieser Spielzeit zu übernehmen. Seine Hinhaltetaktik veranlasste Watzke und Zorc zu einem Umdenken. Bis zum Spiel am 17. März gegen Nürnberg soll der bereits dritte Trainer der laufenden Saison präsentiert werden. «Wir werden noch in dieser Woche einen Nachfolger präsentieren», kündigte Watzke an, der nach einem erfahrenen Coach Ausschau hält: «Er muss die Mannschaft schnell in den Griff kriegen. Das Potenzial im Team ist da.»

Der BVB setzt damit auf eine ähnliche Lösung wie im Jahr 2000. Damals wie heute trennte sich der in Abstiegsnot geratene Verein wenige Wochen vor dem Ligafinale von einem erst während der Saison verpflichteten Trainer. Nach dem Rauswurf des glücklosen Bernd Krauss, der sich eine Woche länger als Röber hielt, konnte der Club unter der Regie des Duos Udo Lattek/Matthias Sammer das drohende Unheil abwenden.

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