BVB-Coach Röber gibt auf - Dortmund sucht Trainer
Dortmund (dpa) - 12.03.2007, 13:47 Uhr
Jürgen Röber verlässt Borussia Dortmund schon wieder.
Für Übergangscoach Jürgen Röber ist die heikle Mission Borussia Dortmund bereits nach 8 Spielen beendet. Aus Frust über die fehlende Leidenschaft seiner Profis im Abstiegskampf stellte der ohnehin nur bis zum Saisonende engagierte Fußball-Lehrer sein Amt zur Verfügung. «In dieser schwierigen Situation geht es nicht um Personen, sondern einzig und allein um die Zukunft des BVB. Deshalb habe ich meinen Rücktritt angeboten», sagte der erst vor knapp drei Monaten am 19. Dezember als Nachfolger des Niederländers Bert van Marwijk vorgestellte Trainer. Mit seinem Rückzug kam Röber der Vereinsführung entgegen. Denn Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportmanager Michael Zorc hatten ihre Suche nach einem vermeintlichen Retter, der den nur noch einen Punkt von der Abstiegszone entfernten Branchenriesen von einem folgenschweren Absturz in die Zweitklassigkeit bewahren soll, längst intensiviert. Dabei bahnt sich eine überraschende Kehrtwende an: Der lange Zeit als Wunschkandidat für die kommende Saison gehandelte Thomas von Heesen scheint aus dem Rennen zu sein. Stattdessen werden Felix Magath und Thomas Doll als mögliche Kandidaten gehandelt.
Die Zeit drängt. Denn das Konzept der mit UEFA-Cup-Ambitionen in die Saison gestarteten Borussia, auf einen Übergangstrainer zu setzen, ist grandios gescheitert. «Spätestens nach der Niederlage in Bochum bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass in dieser Mannschaft längst nicht alle den Ernst der Lage begriffen haben», klagte Röber. Er ist bereits der achte Erstliga-Trainer, der in dieser Saison vorzeitig seinen Stuhl räumte. Was mit dem 3:2 im ersten Rückrunden-Spiel über den FC Bayern München vielversprechend begann, endete für ihn mit einer großen Enttäuschung. Der nach langer Abstinenz auf die Bundesliga-Bühne zurückgekehrte Coach konnte sich nicht - wie geplant - für einen anderen Arbeitgeber empfehlen. Als Lückenbüßer fehlte es ihm an Akzeptanz. Obwohl die Lage immer bedrohlicher wurde, ließen seine Profis den für den Abstiegskampf nötigen Biss Woche für Woche vermissen. Nicht zuletzt deshalb wirke der mit viel Energie gestartete Röber zuletzt ratlos und ausgebrannt. |