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Schiedsrichter gegen Rote Karte für «Schwalben»

Frankfurt/Main (dpa) - 26.02.2007, 14:16 Uhr

Rostocks Arvidsson (l) bekommt 2005 für eine Schwalbe die Gelbe Karte.
Rostocks Arvidsson (l) bekommt 2005 für eine Schwalbe die Gelbe Karte.

Die Bundesliga-Schiedsrichter sind gegen Rote Karten als härtere Strafe für so genannte «Schwalben».

Während bei den Trainern der Fußball-Erstligisten laut einer Umfrage des Fachmagazins «kicker» Uneinigkeit besteht, sprach sich DFB-Abteilungsleiter Hellmut Krug gegen eine Sanktionsverschärfung aus. «Im Spiel würde das den Druck auf den Schiedsrichter noch einmal erhöhen. Eine falsche Entscheidung wäre ein fataler Irrtum», sagte der ehemalige FIFA-Referee der dpa. «Man sollte dies nicht auf dem Rücken der Schiedsrichter abladen.»

Stattdessen befürwortet Krug die Bestrafung derartiger Täuschungsmanöver im Strafraum, die nach dem momentan geltenden Regelwerk des Weltverbandes FIFA nur mit Gelb zu ahnden sind, im Nachhinein durch das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). In Italien werde dies praktiziert. «Das ist sinnvoll. Damit verlegt man es auf eine andere Ebene», sagte Krug.

Acht der 18 Bundesliga-Trainer machten sich dagegen für die Rote Karte als direkte Strafe stark. «In Fällen, wo es klar eine Schwalbe ist, sollte es Rot geben», sagte der Trainer des Tabellenzweiten VfB Stuttgart, Armin Veh. «Wenn jeder Zweifel ausgeschlossen ist, würde ich sagen: Schwalbe - runter», meinte Kollege Jürgen Röber von Borussia Dortmund.

Schiedsrichter-Abteilungleiter Krug sieht jedoch Probleme bei der Unterscheidung zwischen einer klaren und einer nicht klaren Täuschung. «Für den Schiedsrichter auf dem Platz ist die Grenzziehung zwischen klar und unklar oftmals fast unmöglich», sagte er. «Ich bin gegen Rot, weil eine Schwalbe oft schwer zu entscheiden ist», meinte auch Wolfsburgs Coach Klaus Augenthaler.

Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld regelt Wiederholungsfälle intern. Münchens Manager Uli Hoeneß hatte jüngst eine zweiwöchige Sperre als angemessene Strafe vorgeschlagen. Dass ein Ehrenkodex möglicherweise Abhilfe leisten könnte, hält Krug für eine vage Hoffnung. «Daran müssten sich dann auch wirklich alle halten, sobald es einer nicht tut, ist der Kodex hinfällig.» In der Bundesliga hatte es zuletzt vermehrt umstrittene Strafstoßentscheidungen nach «Schwalben» gegeben.


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