VfB scheitert an Berlins Mauertaktik: 0:0
Stuttgart (dpa) - 24.02.2007, 09:02 Uhr
Stuttgarts Hilbert (l) und der Berliner Fathi (r) umarmen sich nach dem Schlusspfiff.
Mit seiner Mauertaktik hat Hertha BSC Berlin die neuen «jungen Wilden» des VfB Stuttgart verzweifeln lassen. «Wenn die Gegner gegen unsere Rasselbande schon so spielen, dann müssen sie normalerweise bestraft werden», ärgerte sich Trainer Armin Veh nach dem 0:0 des Tabellenzweiten der Fußball-Bundesliga und der enttäuschenden Generalprobe für den Pokalhit. In der jüngsten VfB-Elf überhaupt vergab Mario Gomez in der Nachspielzeit die Siegchance, ein Treffer in der 12. Minute war wegen Handspiels nicht anerkannt worden. «Wir hätten nur ein dreckiges Tor gebraucht», sagte der Nationalstürmer, der seine Führung in der Torschützenliste (13 Treffer) nicht ausbauen konnte. «Das ist eine ordentliche Ausgangsposition für das Spiel am Mittwoch. Uns war es wichtig zu sehen, dass man so gegen den VfB erfolgreich spielen kann», meinte Hertha-Manager Dieter Hoeneß vor dem DFB-Pokal-Viertelfinalspiel ebenfalls im Daimlerstadion. «Stuttgart ist viel schöner als Berlin», sangen die VfB-Fans in Anspielung an das grandiose WM-Spiel Deutschland - Portugal, und mit ein bisschen Fantasie hätten sie auch «Stuttgart spielt viel schöner als Berlin» anstimmen können. 57 Prozent Ballbesitz für die Schwaben wies die Statistik am Ende aus.
«Ich dachte, es wären 80 Prozent», meinte VfB-Manager Horst Heldt halb im Spaß, halb im Ernst. Hertha - mit Torjäger Marko Pantelic als einzige Spitze - gab keinen einzigen Schuss auf das gegnerische Tor ab, nur vier daneben - der Gastgeber hingegen kam auf insgesamt 21. «Für mich war das heute auch eine neue Erfahrung, dass eine Mannschaft, die nicht gegen den Abstieg, sondern um einen UEFA-Cup- Platz spielt, so defensiv auftritt», räumte Veh ein. Seine junge Truppe war an diesem Abend einfach zu grün, um die «Berliner Mauer» zu überwinden und den fünften Sieg hintereinander einzufahren. Während der 19-jährige Sami Khedira den gesperrten Mexikaner Pavel Pardo im defensiven Mittelfeld hervorragend ersetzte und dies genauso lässig kommentierte («Wenn's cool wirkt, ist es doch okay»), fehlte dem 21-jährigen Christian Gentner als Spielmacher für den verletzten Antonio da Silva die Durchschlagskraft. |