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Brisante Duelle eröffnen heißen Abstiegskampf

Düsseldorf (dpa) - 23.02.2007, 13:56 Uhr

Der Mainzer Trainer Jürgen Klopp feuert sein Team an.
Der Mainzer Trainer Jürgen Klopp feuert sein Team an.

In der Fußball-Bundesliga hat die Zeit der Endspiele begonnen. Zwölf Wochen vor dem Saison-Kehraus wird der heiße Abstiegskampf mit drei brisanten Kellerduellen eröffnet.

Darüber hinaus sorgen der Kampf des personell angeschlagenen Spitzenreiters FC Schalke um den ersten Meistertitel seit 49 Jahren und die Suche der schwächelnden Clubs aus München und Bremen nach Wegen aus der Krise vor dem 23. Spieltag für reichlich Gesprächsstoff.

Mit zwei Heimsiegen in Serie wollen die Schalker alle Zweifel an ihrer Meisterreife ausräumen. Ungeachtet des Dämpfers am vorigen Wochenende, als das Team beim 2:2 in Wolfsburg den schon sicher geglaubten Sieg kurz vor Schluss noch verschenke, soll der Vorsprung gegen Leverkusen und Hamburg ausgebaut werden. Nicht zuletzt deshalb verzichteten alle Beteiligten auf Klagen über die wachsenden Personalsorgen. Vor dem Duell mit Bayer stellte Manager Andreas Müller Zuversicht zur Schau: «Unsere Ausgangslage ist weiterhin ausgezeichnet. Wir führen die Tabelle mit fünf Punkten an - das ist eine sensationelle Entwicklung, die uns selbstbewusst machen sollte.»

Von der Schalker Erfolgsbilanz mit nunmehr 13 Partien ohne Niederlage können die bereits weit abgeschlagenen Verfolger aus Bremen (7 Punkte) und München (12) derzeit nur träumen. Nach nur einem Sieg im Jahr 2007 rangiert der FC Bayern in der Rückrunden-Tabelle auf Rang 16. Die knappe Niederlage in Madrid (2:3) werteten viele Spieler jedoch als ersten Schritt aus der Krise. «Bayern darf sich nicht an Niederlagen wie gegen Madrid hochziehen, sondern an nur an Siegen», sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge voller Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis im Heimspiel gegen Wolfsburg.

Von einer ermutigenden Erfahrung auf internationaler Bühne konnte in Bremen jedoch nicht die Rede sein. Beim 1:3 gegen Ajax Amsterdam zog der Bundesliga-Dritte zwar in das Achtelfinale des UEFA-Cups ein, offenbarte aber ähnliche Schwächen wie bei den drei zurückliegenden Bundesliga-Pleiten. Geht auch das Spiel bei Schlusslicht Borussia Mönchengladbach verloren, drohen ungemütliche Zeiten.


Höchst unterhaltsam geht es am Wochenende im Tabellenkeller zu. Mannschaften der Ränge 12 bis 17 treffen in direkten Duellen aufeinander. Mit einem Erfolg gegen den seit sieben Spieltagen sieglosen Mitkonkurrenten Eintracht Frankfurt (15.) könnte der HSV erstmals seit drei Monaten die Abstiegsränge verlassen. «Das ist schon ein besonderes Spiel für uns, weil wir über den Strich kommen können» sagte der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann.

Nach vier Niederlagen in Serie herrscht auch in Bielefeld höchste Alarmstufe. Eine weitere Schlappe beim Drittletzten in Cottbus könnte die Aufgabe von Frank Geideck weiter erschweren. Noch hält der Trainer-Novize den Trend bei den noch im Oktober hochgelobten Ostwestfalen für wenig dramatisch: «Es wäre falsch, jetzt überzogen zu reagieren.» Und auch sein Gegenüber Petrik Sander wollte ungeachtet der bedenkliche Lage nicht von einem Schicksalsspiel sprechen: «Das sollte man nicht jetzt schon übertreiben.»

Mit neuem Selbstvertrauen reist Alemannia Aachen nach Bochum. Das 1:0 über den FC Bayern am vorigen Spieltag verhalf nach verpatztem Rückrundenstart wieder auf Kurs. Doch vor dem Start in die heiße Phase des Abstiegskampfes warnte Michael Frontzeck seine Profis vor allzu großer Euphorie. «Es gibt Mannschaften, die Bayern geschlagen haben und daran kaputt gingen. Die dachten, sie hätten schon etwas Besonderes geschafft», sagte der Alemannia-Trainer dem «Kicker».

Wie schnell man die Abstiegszone verlassen kann, stellte der FSV Mainz unter Beweis. Ein traumhafter Rückrundenstart mit 13 Punkten aus 5 Spielen führte das Team von Trainer Jürgen Klopp vom letzten auf den 11. Tabellenrang. Vor dem Duell mit der besten Rückrunden-Mannschaft aus Nürnberg ist die Euphorie deshalb groß. Manager Christian Heidel geht sie mitunter zu weit: «Erreicht haben wir noch nichts.»

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