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Harsche Kritik an HSV-Führung

Hamburg (dpa) - 12.02.2007, 22:22 Uhr

Der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann spricht bei der Hauptversammlung des Vereins.
Der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann spricht bei der Hauptversammlung des Vereins.

Mit harscher Kritik an der Vereinsführung, aber ohne Tumulte ist die Mitgliederversammlung des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV fortgesetzt worden. Der erste Teil des Hauptversammlung war vor zwei Monaten nach chaotischem Verlauf und dem Ausschluss der Presse ohne Ergebnis abgebrochen worden.

Diesmal wurden die Medienvertreter zugelassen. Der mit Spannung erwarteten Entlastung des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2005/2006 stimmten die 954 anwesenden Mitglieder mehrheitlich zu. Dem Vorsitzenden Bernd Hoffmann warf Vereinsmitglied Ingo Thiel die alleinige Verantwortung für den sportlichen Niedergang vom Champions-League-Teilnehmer zum Tabellenletzten und Abstiegskandidaten vor. Er führe den Club nach Gutsherrenart, behauptete der Redner. Sowohl gegen den Vereinschef als auch gegen Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer wurden Rücktrittsforderungen erhoben.

Hoffmann räumte ein, dass die sportliche Bilanz in der laufenden Saison als Tabellenletzter «so weit entfernt ist von den Erwartungen, dass wir auch im Vorstand bei mancher Entscheidung seit dem Sommer daneben gelegen haben. Dafür übernehmen wir die Verantwortung.» Der Vorstandsvorsitzende begründete den Trainerwechsel von Thomas Doll zu Huub Stevens. «Ergebnisse und Auftreten der Mannschaft haben uns handeln lassen», sagte Hoffmann.

Sowohl der Vereinschef als auch Beiersdorfer lehnten einen Rücktritt ab. Hoffmann: «Wir übernehmen auch die Verantwortung, den Verein auf Kurs zu halten.» Schon vor der Versammlung hatte der Aufsichtsrat Beiersdorfer mitgeteilt, dass er im Amt bleiben dürfe. Das Kontrollgremium entscheidet über die Einsetzung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern.

Aufsichtsratsvorsitzender Horst Becker, der drei Tage zuvor als Nachfolger des aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Udo Bandow gewählt worden war, appellierte an die Mitglieder, alle Kräfte zu bündeln: «Es darf nur ein einziges Ziel geben: Klassenerhalt.» Bandow, der für seine Verdienste mit der Goldenen Vereinsnadel geehrt wurde, äußerte trotz der prekären Lage Optimismus: «Das 3:0 gegen Dortmund gibt mir die Hoffnung, dass wir das kleine Wunder Nichtabstieg schaffen.» Dem HSV war unter Trainer Stevens der erste Heimsieg der Saison gelungen.


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