Fußballtrainer gegen Bundesliga-Aufstockung
München (dpa) - 12.02.2007, 15:25 Uhr
Oliver Bierhoff, (l) Joachim Löw (M) und Petrik Sander unterhalten sich am Rande der DFB-Tagung.
Nach der teilweise angespannten Beziehung mit Jürgen Klinsmann wollen die Bundesliga-Trainer mit dessen Nachfolger Joachim Löw auf dem Weg zur Fußball-Europameisterschaft vereint an einem Strang ziehen. Der Bundestrainer sprach in München nach der ersten DFB-Tagung mit den Erstliga-Coaches seit drei Jahren von einem «sehr angenehmen Austausch», der auch ein konkretes Ergebnis erbracht habe. So lehnen die Trainer eine immer wieder diskutierte mögliche Vergrößerung der Bundesliga ab. «Mit 18 Vereinen ist die Grenze der Belastbarkeit an Spielen und für die Spieler erreicht. Darüber haben wir Einigkeit erzielt», berichtete Löw nach der mehr als dreistündigen Sitzung. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von Löw mit den Trainern Mirko Slomka vom Bundesliga-Spitzenreiter Schalke 04 und Friedhelm Funkel von Eintracht Frankfurt wurde eine bemerkenswerte Harmonie zwischen Nationalmannschaft und Vereinen demonstriert. Zumindest auf Trainer-Ebene wurde Kooperation statt Konfrontation auf dem Weg zur EM-Endrunde 2008 in Österreich und der Schweiz vereinbart. Löw will die Übungsleiter unbedingt einbinden: «Es bedarf einer klaren Absprache in der Vorgehensweise mit den Bundesliga-Trainern», sagte der Bundestrainer, der die Kontakte weiter intensivieren will.
«Es gibt eine Zusammenarbeit, die gefordert und gefördert wird», sagte Slomka: «Wichtig für uns Bundesligatrainer ist, dass wir eingebunden sind in die Arbeit des DFB.» Die Haupttrainingsarbeit mit den Nationalspielern müsse schließlich im Verein geleistet werden. «Dabei muss es Absprachen und Abstimmung geben», betonte Slomka. «Der Kontakt ist noch nie so gut gewesen wie zur Zeit», erklärte Funkel, der an seine Kollegen appellierte: «Wir dürfen uns nicht beklagen, wenn zum Beispiel mal ein Leistungstest bei der Nationalelf ansteht.» Löw versicherte, dass es seitens der Vereinstrainer bislang keine Widerstände gegen die Abstellung von Spielern für Länderspiele gegeben habe. Die internationalen Regularien würden etwas anderes aber auch gar nicht zulassen, bemerkte Löw: «Es gibt eine klare Abstellungsperiode. Am Rahmenterminkalender kann man nichts ändern.» |