Hoeneß angriffslustig trotz Bayern-Krise
München (dpa) - 06.02.2007, 16:25 Uhr
Uli Hoeneß will mit dem FC Bayern wieder an die Spitze.
Das Verpassen der Champions League würde den deutschen Fußball-Rekordmeister mindestens 15 Millionen Euro kosten, doch selbst in der momentanen Krise sieht Manager Uli Hoeneß eine Chance auf eine Rückkehr des FC Bayern München zu alter Stärke. «Ich spüre in mir eine Aufbruchstimmung. Es wird sehr interessant in den nächsten Monaten», sagte der Manager in München als Gastredner vor bayerischen Wirtschaftsfachleuten. Auf der ungewohnten Bühne sprach Hoeneß Klartext und prangerte eine «gewisse Selbstzufriedenheit» und einen «Schlendrian» an: «Wir sind verdient da unten. Wir haben uns das selbst eingebrockt und müssen das selbst auslöffeln.» Unabhängig von allen Titelchancen gab es für Hoeneß Applaus vom Publikum, als er bekräftigte, der FC Bayern müsse für Spielereinkäufe nicht in die Kreditabteilung der Bank marschieren, sondern könne die Festgeldabteilung aufsuchen. Konkrete Einblicke, für welchen Spieler Geld abgehoben werden soll, gewährte er aber nicht. Nach dem Eigentümerwechsel bei Olympique Marseille seien die Chancen, Franck Ribéry zu verpflichten, «gleich null». Und auch zum unbestätigten Wechsel von Hamit Altintop vom FC Schalke 04 an die Isar wollte sich Hoeneß nicht äußern, «so lange nichts juristisch wasserfest ist».
Auch wer in der kommenden Saison auf der Bayern-Trainerbank Platz nehmen darf, sollte Ottmar Hitzfeld tatsächlich nur als Interimslösung zur Verfügung stehen, werde man nicht preisgeben. «Es wäre das falsche Signal an die Mannschaft, jetzt schon zu sagen, wer ab dem 1. Juli Trainer sein wird.» Präsident Franz Beckenbauer sprach sich dafür aus, vor einer Kontaktierung anderer Trainer Hitzfeld zu einem Verbleib über die Saison hinaus zu bewegen. «Man sollte erst einmal versuchen, den Ottmar umzustimmen. Er hat sich jetzt zweieinhalb Jahre ausgeruht. Also kann er sicher noch das eine oder andere Jahr dranhängen», sagte Beckenbauer in Berlin. Hitzfeld aber hat derweil nur die nächste Heimpartie gegen Arminia Bielefeld im Sinn. «Es geht jetzt darum, dass man möglichst schnell wieder in die Erfolgsspur zurückkommt», sagte er im Bayerischen Fernsehen. An Gegner Real Madrid im Achtelfinale der Champions League in zwei Wochen denkt der frühere Meistertrainer noch nicht: «Das ist noch weit weg.» |