«Club» mit Erfolgsteam in die Zukunft
Nürnberg (dpa) - 06.02.2007, 12:04 Uhr
Trainer Hans Meyer bleibt den Nürnbergern bis 2009 erhalten.
Mit einem personellen Doppelschlag will der 1. FC Nürnberg wieder zu einer Top-Adresse im deutschen Fußball werden. Der «Club» einigte sich mit Trainer Hans Meyer und Sportdirektor Martin Bader auf eine weitere Zusammenarbeit. Im November will Michael A. Roth die fränkische Erfolgs-Troika komplettieren und sich für weitere drei Jahre als Präsident des Traditionsclub wählen lassen. «Für uns steht die kontinuierliche sportliche Weiterentwicklung im Vordergrund», begründete Roth die Vertragsverlängerungen mit seinen wichtigsten Angestellten. «Dabei wollen wir Sicherheit haben und genau das bieten die neuen Verträge.» Drei Tage nach dem denkwürdigen Bundesliga-Triumph über Bayern München (3:0), der die einstige Fahrstuhlmannschaft sogar in die Nähe der UEFA-Cup-Plätze gebracht hat, beendete der FCN die eigenwillige Übereinkunft mit Meyer, der bisher einen unbefristeten und von beiden Seiten kündbaren Vertrag besaß. Der in Nürnberg inzwischen zur Kultfigur gewordene Thüringer bleibt vorerst bis 2009 Trainer am Valznerweiher. Roth atmete nach Meyers Ja-Wort erleichtert auf, «denn die bisherige Situation hat mich schon ein bisschen genervt».
Die Freude an der Arbeit mit der Mannschaft und auch mit den Mitarbeitern waren für Meyer ausschlaggebend, endlich Nägel mit Köpfen zu machen. Mit entscheidend seien aber auch «meine veränderten persönlichen Verhältnisse» gewesen, verriet der 64-Jährige. Im vergangenen November hatte er sich nach 40 Jahren Ehe von seiner Frau getrennt. Meyer hat das Haus in Bad Hersfeld verlassen und sich in Nürnberg niedergelassen. «Er hat sich ein Haus unterhalb der Burg gemietet», berichtete Roth im Bayerischen Fernsehen. Meyer, der im November 2005 von Wolfgang Wolf das Traineramt übernommen hatte und den abstiegsbedrohten «Club» noch auf Platz acht führte, soll mit Sportdirektor Bader eine Fortsetzung des fränkischen Fußball-Hochs garantieren. «Die neuen Verträge entsprechen dem Wunsch beider Seiten, den sportlichen Erfolg kontinuierlich weiter nach vorne zu bringen», sagte der 38-Jährige, der seinen Vertrag bis 2010 verlängerte. Präsident Roth träumt auch angesichts der finanziellen Konsolidierung des vor wenigen Jahren noch hoch verschuldeten Clubs schon davon, an die ruhmreiche Vergangenheit anknüpfen zu können. «Wir wollen uns langfristig unter den ersten fünf bis sechs Mannschaften in der Bundesliga etablieren», hatte Roth im vergangenen November den FCN-Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung angekündigt. Der 71-jährige Teppichhändler hat Verständnis für die Sehnsucht vieler Fans des neunmaligen deutschen Meisters nach den guten, alten Zeiten. «Vielleicht sind wir jetzt mal wieder so weit, aber im Fußball muss man auch zurückhaltend sein», meinte Roth und setzte sich für diese Saison eher bescheidene Ziele: «Platz neun wäre ein Traum.»
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