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Werder und Schalke streiten um den Thron

Bremen (dpa) - 02.02.2007, 12:06 Uhr

Tim Borowski (m) klatscht nach einem Tor mit Klose (r) und Frings ab.
Tim Borowski (m) klatscht nach einem Tor mit Klose (r) und Frings ab.

Im Gipfeltreffen der Fußball-Bundesliga wollen Tabellenführer Werder Bremen und der punktgleiche Verfolger Schalke 04 ihren Vorsprung vor dem kriselnden Titelverteidiger FC Bayern München ausbauen.

Noch steht die Meisterschale in München, aber 739 Kilometer weiter nördlich wird ein Zeichen für ihren möglichen künftigen Platz gesetzt. «Es geht um die Wurst. Das ist doch schön. Darauf freuen sich alle», sagte Werders Nationalspieler Tim Borowski.

Für die Partie im mit 42 358 Zuschauern ausverkauften Weserstadion sind beide Kontrahenten bestens gerüstet. Werder hat die vergangenen sechs Bundesliga-Partien gewonnen und in diesem Jahr noch keinen Gegentreffer zugelassen. «Man muss schon sehr gut spielen, um uns zu schlagen», sagte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs angesichts der beeindruckenden Erfolgsserie mit attraktivem Offensiv-Fußball.

Ganz so schön kommen die Schalker zwar nicht daher, aber zehn Spiele ohne Niederlage haben sie zum ärgsten Kontrahenten um die begehrte Schale gemacht. Trainer Mirko Slomka sitzt so fest im Sattel wie nie zuvor in seiner mittlerweile 13 Monate währenden Amtszeit im Revier. Zu verdanken hat das der 39 Jahre alte Fußball-Lehrer auch einigen mutigen Entscheidungen, die im Umfeld nicht immer auf Verständnis stießen.

Die Entmachtung von Torhüter Frank Rost, der inzwischen nach Hamburg «geflüchtet» ist, gehörte dazu. Dessen Nachfolger Manuel Neuer ist so unerfahren, dass er nicht einmal weiß, wie man in der Bundesliga verliert. Zwölf Mal war er Schalkes Nummer eins, zwölf Mal ging er nicht als Unterlegener vom Platz. «Wir sind mit Bremen und Bayern auf Augenhöhe und auf den meisten Positionen genauso gut besetzt», lautete Neuers selbstbewusstes Kurzfazit nach einem halben Bundesliga-Jahr.


Nach Neuers Ansicht auch im Tor: «Es läuft doch ganz gut.» In Bremen wird der 20-Jährige dies beweisen müssen - egal, wer ihm auf der anderen Seite im Tor gegenüber steht. Dies ist die einzig ungeklärte Bremer Personalfrage. Das Comeback von Tim Wiese (Muskelfaserriss) ist fraglich. Dessen Vertreter Andreas Reinke will die wiedergewonnene Position ohnehin nicht kampflos preisgeben. «Ich gehe davon aus, dass ich im nächsten Spiel im Tor stehe», sagte der Routinier nach dem 2:0 in Leverkusen.

Steht Naldos Abwehr sicherer als die von Schalkes Bordon? Führt Werders Diego besser Regie als Lincoln? Trifft Klose besser als Kuranyi? Im Top-Duell der Liga werden sich die beiden Führenden nahezu in Bestbesetzung duellieren. Als einziger aus diesem Kreis fehlt Bremens Mittelfeld-Stratege Torsten Frings, der eine Sperre nach der fünften Gelben Karte absitzen muss. «Er wird uns fehlen, keine Frage», gestand Thomas Schaaf.

Der Werder-Coach ist sicher, dass seine Elf das Fehlen von Frings verkraften kann. Die Bedeutung des Top-Duells spielte er herunter. «Da wird keine Vorentscheidung fallen», pflichtete ihm Bremens Nationalspieler Per Mertesacker bei. «Auch danach sind es noch 14 Spiele», ergänzte Allofs.

Nicht nur in diesem diesem Punkt sind sich die Rivalen einig. «Wenn wir das Spiel gewinnen, werden wir Erster. Wenn es schief geht, bleiben wir auf Rang zwei», formulierte Schalkes Mittelfeldspieler Zlatan Bajramovic tiefsinnig. Und sein Teamkollege Fabian Ernst meinte vor der Rückkehr an seine einstige Wirkungsstätte nur: «In Bremen kann alles passieren.»

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