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Bundesliga: 19 Spieler für 10 Millionen Euro

Düsseldorf (dpa) - 23.01.2007, 14:19 Uhr

Wolfsburgs Coach Klaus Augenthaler präsentiert den Neuzugang Marcelinho (l).
Wolfsburgs Coach Klaus Augenthaler präsentiert den Neuzugang Marcelinho (l).

Wechseltheater auf Schalke, Karriere-Ende von Sebastian Deisler, Rückkehr einer «Diva» und große Investitionen im Tabellenkeller - trotz nur weniger Neuverpflichtungen ist in der Winterpause der Fußball-Bundesliga auf dem Transfermarkt einiges in Gang geraten.

Bis drei Tage vor dem Rückrundenauftakt hielten sich die Aktivitäten der 18 Eliteclubs bei der Schnäppchenjagd allerdings in Grenzen. Spieler können noch bis zum 31. Januar (24.00 Uhr) verpflichtet werden. Vor allem bei den Abstiegskandidaten scheint wieder mehr Geld für Investitionen zur Verfügung zu stehen. Nach einer dpa-Erhebung gaben die Vereine bislang 10,75 Millionen Euro für 19 neue Spieler aus. Im vergangenen Jahr bezahlten die Clubs bis eine Woche vor Ablauf der Wechselfrist für 20 Spieler nur knapp 4 Millionen Euro. Das bisherige Transfervolumen konzentriert sich dabei im Wesentlichen auf die Neuverpflichtungen der Vereine im Tabellenkeller.

Prominentester und teuerster Neuzugang ist die ehemalige Hertha-«Diva» Marcelinho. Drei Millionen Euro waren dem Tabellen-Zwölften VfL Wolfsburg die Dienste des Brasilianers wert. «Ich freue mich, dass der Transfer geklappt hat. Mit Marcelinho wird unser Spiel variabler», sagte VfL-Trainer Klaus Augenthaler. Auf weitere große neue Namen muss die Liga zumindest bis kommende Woche noch verzichten. Die Bemühungen von Tabellenführer Werder Bremen um Stürmer John Carew (Olympique Lyon) fanden nach dessen Wechsel zu Aston Villa ein Ende.

Hohe Erwartungen an ihre Neuen haben Mainz 05, der VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach. In Mainz ruhen die Hoffnungen auf einem alten Bekannten. Bereits in der vergangenen Saison schoss die damalige Bremer Leihgabe Mohamed Zidan den FSV mit neun Toren in 26 Spielen zum Klassenverbleib. Da der Ägypter nach seiner Rückkehr an die Weser kaum zum Zug kam und die Elf von Jürgen Klopp in der Hinrunde die wenigsten Tore aller Clubs schoss, sicherte sich Mainz nun endgültig die Dienste des vermeintlichen Heilsbringers bis 2010 - für 2,5 Millionen Euro. Abwehrspieler Leon Andreasen kam als Leihspieler gleich mit aus Bremen. Im Angriff soll der Rumäne Marius Niculae (Standard Lüttich) Zidan unterstützen.

In Mönchengladbach ist der Ivorer Steve Gohouri (Young Boys Bern) als Stabilisator der in der Hinrunde wackligen Abwehr vorgesehen. Er kostete ebenso 1,5 Millionen Euro wie Mittelfeldspieler Mikkel Thyggesen (FC Midtjylland), den die Borussia dem Lokalrivalen Alemannia Aachen wegschnappte. Der Tabellen-15. VfL Bochum erinnerte sich an gute Erfahrungen mit einem preiswerten Einkauf aus Griechenland. Nachdem der VfL zu Saisonbeginn in Theofanis Gekas von Panathinaikos Athen für nur 500 000 Euro einen Torjäger fand, folgte nun der Kameruner Joel Epalle (Iraklis Saloniki) für 600 000 Euro. Außerdem steht in dem ablösefreien Tschechen Jaroslav Drobny (FC Fulham) ein neuer Schlussmann zur Verfügung.


Den hat auch der Hamburger SV in Frank Rost vom Liga-Rivalen Schalke 04 gefunden. Mit dem Routinier will das Bundesliga- Gründungsmitglied den Klassenverbleib realisieren. «Frank ist heiß, er sucht eine neue Herausforderung. Auf Grund seiner Erfahrung und Ausstrahlung kann er auch eine Führungspersönlichkeit sein», sagte HSV-Coach Thomas Doll nach dem Transfer zum Tabellen-Vorletzten.

Den prominentesten Abgang gibt es bei Rekordmeister Bayern München, der unfreiwillig das Karriereende der einstigen deutschen Mittelfeldhoffnung Sebastian Deisler hinnehmen musste. Der 1. FC Nürnberg, Hertha BSC, Bayer Leverkusen, Arminia Bielefeld und Borussia Dortmund hielten sich auf dem Markt bislang komplett zurück.

Bei Schalke sorgt ein brasilianischer Neuzugang für Ärger. Verteidiger Gustavo (Paraná Clube) weigerte sich nach seiner Vertragsunterschrift im Dezember, seinen Dienst im Ruhrgebiet anzutreten. Sehr zum Ärger von Schalke-Manager Andreas Müller, der den Fall dem Weltverband FIFA zur Klärung übergeben hat.

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