Schlusslicht Mainz 05 bläst zur Aufholjagd
Mainz (dpa) - 23.01.2007, 11:08 Uhr
Der Mainzer Trainer Jürgen Klopp will den Klassenerhalt.
«Mission possible 15» ist das Motto des FSV Mainz 05 in den 113 Tagen vom 27. Januar bis zum Saisonschluss der Fußball-Bundesliga am 19. Mai. «Wir wollen das Schwierige möglich machen und eine Aufholjagd starten, wie sie die Bundesliga noch nicht erlebt hat», sagt Trainer Jürgen Klopp voller Angriffslust. Sechs Punkte fehlen dem Tabellenletzten zum rettenden 15. Platz. «Es ist normal, dass jeder sagt, wir schaffen es nicht. Das aber ist der große Reiz. Wir haben die Möglichkeit, Großes zu vollbringen», betonte der 39- Jährige vor dem Rückrundenstart in Bochum vor Optimismus. 16 Spiele ohne Sieg, frühes Pokal-Aus, nur elf Tore - das Bündel negativer Erlebnisse wollen die Mainzer ablegen. «Nach der Drecks-Serie mussten wir neue Reize setzen», erklärte Klopp. Neue Spieler, verkleinerter Kader, Rückkehr zum Pressing, Mentaltrainer. «Wir haben viel geändert und es lohnt sich», glaubt der 05-Coach, der von der Richtigkeit des Weges überzeugt ist, auch wenn in vier Testspielen kein Sieg heraussprang. Mehr als die Hälfte des Mainzer Kaders nahm die Gesprächsangebote der Mentaltrainer Steffen Thorhold und Albrecht Henze an. «Das Experiment hat sich bewährt», meinte Klopp.
Klopp muss seinem Team wieder Siegermentalität einhauchen. Die Spieler bräuchten das Gefühl, dass man auch gewinnen kann. «Wir waren oft nahe dran, da muss ich nicht so große Überzeugungsarbeit leisten. Ein Unentschieden ist schließlich der halbe Weg zum Sieg», so Klopp. Es gehe darum, so schnell wie möglich in die Nähe der rettenden Ränge zu gelangen. «Im Idealfall holen wir aus den ersten drei Spielen neun Punkte. Dann wären wir definitiv wieder im Rennen», meinte der Coach. Durch die Verpflichtung von Mohamed Zidan, Leon Andreasen, Marius Niculae und eventuell Elkin Soto wurde die Qualität in der Breite gesteigert. «Ich kann 14, 15 Spieler bedenkenlos bringen. Einer kann sich 60 Minuten auspowern und ich kann nachlegen. So muss es sein», sagte der Trainer. Die anvisierte Spielweise wird zwar Kräfte kosten. «Aber wir wollen dem Spiel unseren Stempel aufdrücken», meinte Klopp, der auf «brutales Pressing» und nimmermüdes Forechecking setzt. Die Runderneuerung schürt neue Euphorie. «In dem Augenblick, in dem die Leute uns glauben, dass wir das letzte Hemd geben, ist die Voraussetzung da, dass es klappt», hofft Klopp auf die Unterstützung der Fans. Mit Nachdruck fordert er den Bau eines neuen Stadions. «Erst dann gehören wir zu den Städten in Deutschland, in denen Bundesliga-Fußball möglich ist.» Und zur seiner eigenen Zukunft sagt er: «Ich habe Vertrag bis Juni 2008. Am liebsten ist mir, wir bleiben drin, dann bin ich auf jeden Fall auch im Juni Trainer in Mainz.»
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