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Mitglieder strömen in die Bundesliga-Clubs

Düsseldorf (dpa) - 18.01.2007, 12:45 Uhr

Fans von Borussia Mönchengladbach bei einem Auswärtsspiel.
Fans von Borussia Mönchengladbach bei einem Auswärtsspiel.

Den 18 Clubs der Fußball-Bundesliga strömen die Mitglieder in Massen zu. Rund 424 000 organisierte Freiwillige bilden eine stattliche Personenvereinigung - das Geschäft mit dem «Komm' ins Team»-Köder floriert.

Branchenführer ist mit großem Abstand der FC Bayern München, der mehr als 125 000 organisierte Menschen (Stand: Dezember 2006) vereint. Im hohen fünfstelligen Bereich befinden sich laut einer dpa-Erhebung der FC Schalke (58 049), der Hamburger SV (46 000), Borussia Mönchengladbach (34 700), der VfB Stuttgart (31 120), Werder Bremen (26 300) und Borussia Dortmund (25 530).

Am geringsten ist der Mitgliederzuspruch bei Energie Cottbus mit 1251. Bei den Fußballern des VfL Wolfsburg gibt es nach offizieller Auskunft «keine Mitglieder», weil es sich um eine GmbH handelt. Doch immerhin sind im «Wölfe-Club», der nichts mit dem eingetragenen Verein (e.V.) zu tun hat, derzeit etwa 4700 Mitglieder organisiert.

Papst Johannes Paul II. war es «auf Schalke» ehrenhalber, nahezu 60 000 Menschen sind von sich aus «königsblau». «Diese Zahl macht uns unheimlich stolz, zumal die Mitglieder kommen, ohne dass wir ihnen irgendwelche Vergünstigungen wie zum Beispiel Rabatte beim Ticketkauf oder im Fanshop einräumen», sagt Peter Peters. Der Geschäftsführer nennt für das Phänomen Schalke einen Hintergrund, der wohl für alle Clubs in dieser Form gilt: «Als Mitglied wollen sie dokumentieren, dass sie ihren FC Schalke 04 durch dick und dünn begleiten. Für sie ist die Mitgliedschaft eine absolute Herzenssache.»

Die Zuwachsraten sind zum Teil beträchtlich. In Gelsenkirchen gab es bei Schalke 04 zum 30. Juni 2000 «nur» 21 983 Mitglieder. Beim Hamburger SV ist die Steigerungsrate ebenfalls immens: Zwischen dem 1. Januar 1997 (8742) über den 1. Januar 2005 (21 841) und zum Ende des WM-Jahres 2006 (45 349) hat sich die Zahl mehr als verfünffacht. Auch der VfB Stuttgart verzeichnet binnen kurzer Zeit - gut 7000 Mitglieder Mitte 2003, jetzt 31 120 - einen extrem hohen Zuspruch.


Wolfgang Overath, Präsident des Zweitligisten 1. FC Köln, stellte schon vor der Heim-WM 2006 fest, «dass Fußball als Massensport in Deutschland ohne jegliche Konkurrenz ist». Dieser Sport fasziniere die Menschen, «sie wollen sich identifizieren». Auch wegen der neuen Stadien ist die Zuschauer-Entwicklung positiv - ein Aspekt mehr, Mitglied zu werden. Denn in vielen Clubs genießen die Mitglieder ein Vorkaufsrecht, bekommen Rabatte, können über ihr Stimm- und Wahlrecht bei Versammlungen sogar Einzelaspekte der Club-Politik mitbestimmen.

Im Vergleich mit den ganz großen deutschen Sport-Organisationen ist der Erstliga-Fußball allerdings unterrepräsentiert. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) weist in 90 000 Turn- und Sportvereinen nach eigenen Angaben etwa 27 Millionen Mitgliedschaften auf und bezeichnet sich selbst als «die größte Personenvereinigung und somit auch die größte Sportfamilie Deutschlands». Im Deutschen Fußball-Bund (DFB) stieg die Zahl der Registrierten mit fast 50 000 Neuanmeldungen in der Saison 2005/2006 auf 6 351 078 Mitglieder. Damit ist der DFB weiter der größte Einzel-Sportverband der Welt.

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