Rost im Anflug - Doll wird zum neuen «Quälix»
Dubai (dpa) - 05.01.2007, 18:54 Uhr
HSV-Trainer Doll vor der Pool-Anlage des Al Murooj Rotana Hotels in Dubai.
Als Thomas Doll mit seinem Team zum ersten Mal auf dem Trainingsplatz von Dubai stand, kam die ersehnte Nachricht: Der Wechsel von Frank Rost zum Hamburger SV ist endgültig perfekt. Nach den vielen Nackenschlägen der vergangenen Wochen und der tagelangen Hängepartie um den Torhüter des FC Schalke 04 war die Entscheidung eine geradezu erlösende Botschaft für Doll und den HSV. Rost erhält beim Vorletzten der Fußball-Bundesliga einen Vertrag bis 30. Juni 2009 und wollte seinem neuen Team gleich an den Persischen Golf hinterherreisen. «Ich freue mich auf die neue Herausforderung. Der HSV hat eine Mannschaft mit großem Potenzial», sagte der 33 Jahre alte Rost, der bei Schalke zuletzt nur noch die Nummer zwei hinter Manuel Neuer war. Nachdem die letzten Vertragdetails mit Sportchef Dietmar Beiersdorfer geklärt waren, kann der neue Stammtorhüter mit dem HSV nun das Unternehmen Klassenverbleib angehen. Bereits am 8. Januar steht das erste Testspiel gegen den Iran auf dem Programm.
In Dubai erwarten Rost ein Zimmer im Fünf-Sterne-Luxushotel «Al Murooj», Sonnenschein - und Trainingsqualen. Denn um im Abstiegskampf zu bestehen, wird Trainer Doll zu einem neuen «Quälix»: Wie zuletzt zwischen 1995 und 1997 in der Ära von Felix Magath, der mit dem FC Bayern München nur einen Kilometer Luftlinie vom HSV-Hotel entfernt in den «Emirate Towers» Quartier bezog, müssen die HSV-Profis schon um 7.30 Uhr morgens zum Laufen antreten; dazu stehen zwei Übungseinheiten auf dem Fußballplatz auf dem Tagesprogramm. «Für mich ist das normal», sagte Doll zur frühen Joggingstunde: «Es ist normal, dass wir zu den Wurzeln zurückkehren und hart arbeiten.» Zumindest am ersten Tag blieb den Profis die Frühschicht erspart, weil der Tross erst nachts um 2.00 Uhr im Hotel angekommen war. Erst nach dem Ausschlafen ging es vormittags zum Laufen in einen Park, am Nachmittag stand die erste Einheit auf dem Platz an. Für die angenehmen Seiten der «gigantischen Stadt», so Doll, werden bis zum Rückflug am 14. Januar weder die Spieler noch er viel Zeit haben. «Wir sind zum Arbeiten hierher gekommen und nicht zum Shoppen. Wir werden hier hart arbeiten, auch wenn links und rechts die schönsten Gebäude der Welt stehen», sagte der Coach, der fern der Heimat aufgeräumt wirkt und Entschlossenheit vermittelt. |