Doll wird zum neuen «Quälix» - Rost im Anflug
Dubai (dpa) - 05.01.2007, 13:03 Uhr
Frank Rost (l) beim ersten Schalke-Training 2006 mit Dennis Lamczyk (r).
Die Nacht war kurz, aber unter den wärmenden Sonnenstrahlen in Dubai konnte nicht einmal das anhaltende Warten auf Torhüter Frank Rost die Laune von Thomas Doll trüben. «Mich nervt nichts mehr», sagte der Trainer des Hamburger SV in Anspielung auf die vielen Nackenschläge in den vergangenen Monaten. Und das Warten auf den neuen Hoffnungsträger des HSV im Bundesliga-Abstiegskampf war für Doll am Freitag ohnehin nur noch eine Frage von Stunden. «Es sieht gut aus. Es kann sein, dass er morgen hier ist», erklärte Doll. Nach Klärung der letzten Vertragsmodalitäten soll Rost seine Arbeit als neue Nummer 1 der Hanseaten aufnehmen. Der Transfer war einen Tag nach der Einigung des HSV mit dem FC Schalke 04 praktisch vollzogen. «Es müssen noch Kleinigkeiten geklärt werden», sagte Doll. Rost soll beim Tabellenvorletzten einen Vertrag bis zum 30. Juni 2009 unterschreiben. Der 33-Jährige wird dabei nicht viel weniger als in Schalke verdienen wollen, wo der in der Hinrunde von Youngster Manuel Neuer verdrängte viermalige Nationaltorhüter angeblich bis zu drei Millionen Euro pro Jahr kassierte.
Rost erwarten in Dubai ein Zimmer im Fünf-Sterne-Luxushotel «Al Murooj», Sonnenschein - und Trainingsqualen. Denn um im Abstiegskampf zu bestehen, wird Doll zu einem neuen «Quälix»: Wie zuletzt zwischen 1995 und 1997 in der Ära von Felix Magath, der am Freitag mit dem FC Bayern München nur einen Kilometer Luftlinie vom HSV-Hotel entfernt in den «Emirate Towers» Quartier bezog, müssen die HSV- Profis schon um 7.30 Uhr morgens zum Laufen antreten; dazu stehen zwei Übungseinheiten auf dem Fußballplatz auf dem Tagesprogramm. «Für mich ist das normal», sagte Doll zur frühen Joggingstunde: «Es ist normal, dass wir zu den Wurzeln zurückkehren und hart arbeiten.» Zumindest am ersten Tag blieb den Profis die Frühschicht erspart, weil der Tross erst nachts um 2.00 Uhr im Hotel angekommen war. Erst nach dem Ausschlafen ging es vormittags zum Laufen in einen Park, am Nachmittag stand die erste Einheit auf dem Platz an. Für die angenehmen Seiten der «gigantischen Stadt», so Doll, werden bis zum Rückflug am 14. Januar weder die Spieler noch er viel Zeit haben. «Wir sind zum Arbeiten hierher gekommen und nicht zum Shoppen. Wir werden hier hart arbeiten, auch wenn links und rechts die schönsten Gebäude der Welt stehen», sagte der Coach, der fern der Heimat aufgeräumt wirkt und Entschlossenheit vermittelt. |